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Wie viel Geld für ein ETF Portfolio?

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Sparer, die in börsengehandelte Indexfonds investieren möchten, stellen oft eine Frage im Vorfeld: Wie viel Geld ist für ein ETF Portfolio notwendig? Die Frage ist sehr schwer zu beantworten, weil es ihr an Details mangelt. Im nachfolgenden Beitrag ergänze ich die Frage durch mögliche Detailangaben.

Daraus entstehen völlig unterschiedliche Szenarien, die ich in der Theorie durchspiele und mit Rechenbeispielen verständlich mache. Am Ende des Artikels wirst Du sehen, dass ETFs sehr flexible Anlageinstrumente sind, die sich für jeden Geldbeutel eignen. Sie sind günstiger als Investitionen in aktiv gemanagte Fonds und weniger riskant als ein in Eigenregie zusammengestelltes Aktien Portfolio.

Grundsätzliches zur Frage: Wie viel Geld für ein ETF Portfolio?

Es kommt bei ETFs weniger auf das vorhandene Kapital und mehr auf die Anlageziele eines Investors an. Der Faktor Zeit spielt bei langfristigen Geldanlagen immer eine unterschätzte Rolle. Natürlich muss jeder Anleger mit seinem ETF Portfolio 2, 3 oder 4 Jahrzehnte leben können.

Indes verfügt ein ETF Depot über viele Stellschrauben, die zur Angleichung an variable Ansprüche genutzt werden können. Ich zeige Dir zuerst die Bausteine für ein anspruchsvolles Portfolio und im Anschluss mehrere Alternativen.

Wie viel Geld für ein selbst gebautes ETF Weltportfolio?

Wenn Du das Weltportfolio von Gerd Kommer mit der Level 2 Allokation selbst bauen möchtest, sind mindestens 6 ETFs notwendig. Du brauchst jeweils einen ETF für den:

  • MSCI World Small Cap Index.
  • MSCI World Value Index.
  • MSCI World Quality Index.
  • MSCI World Momentum Index.
  • MSCI Emerging Markets IMI Index.

Mit diesen 5 ETFs wird der risikobehaftete Anteil dargestellt. Für den risikoarmen Teil benötigst Du einen ETF auf einen kurz laufenden Staatsanleihen-Index.

Gerd Kommers Vorschlag:

  • FTSE MTS Highest Rated Macro-Weighted Government Bond Index.

Der risikobehaftete Anteil wird im Portfolio mit 70 % (14 % pro ETF) gewichtet, der ETF auf den Anleihen-Index nimmt 30 % ein. Angenommen, jeder kleine Baustein wird mit 1.000 Euro gestaltet, ergibt sich eine erforderliche Gesamtsumme von:

  • 1.000 mal 5 gleich 5.000 Euro für den risikobehafteten Teil und 2.200 für den risikoarmen Teil macht insgesamt 7.200 Euro.

Mit dieser Summe bist Du in ein facettenreiches Weltportfolio investiert, doch dies kann nur der erste Teil der Aufgabenstellung sein. Jede Investition erhält ihren Wert durch die erzielbare Rendite und deswegen schauen wir uns nachfolgend den jährlichen Ertrag an.

Der Einfachheit halber nehme ich die Zahlen zur Wertentwicklung des originalen Weltportfolios, aus welchen eine Durchschnittsrendite seit Auflage in Höhe von 6,5 % hervorgeht:

  • 7.200 dividiert durch 100 mal 6,5 % ergibt eine Jahresrendite vor Kosten und Steuern von 468 Euro.

Damit Du mit diesem Wert etwas anfangen kannst, muss ein Anlageziel definiert werden. Angenommen, Du willst von den Einkünften des Portfolios Deinen Lebensunterhalt bestreiten, ist der monatliche Bedarf eine ideale Berechnungsgrundlage:

  • Du brauchst jeden Monat 2.000 Euro für den Lebensunterhalt.
  • 7.200 Euro im ETF Portfolio erwirtschaften monatlich 39 Euro.
  • Dementsprechend musst Du gut 50 Mal mehr ins Weltportfolio investieren.
  • Dein ETF Portfolio müsste 368.000 Euro schwer sein, um 2.000 Euro brutto zu erzielen.

Darin ist nicht die sehr wichtige Inflation eingerechnet, ebenso bleiben Kosten und die oft steigenden Ansprüche unberücksichtigt. Wahrscheinlich bist Du jetzt durch die hohe Summe verunsichert. Die ist aber nur erforderlich, wenn Du bereits im kommenden Jahr von den Erträgen des Portfolios leben möchtest.

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Wie viel Geld für das ETF Portfolio zur Schließung der Rentenlücke?

Wenn es um ein weit entferntes Ziel geht, kann das Portfolio mit erheblich weniger Geld eingerichtet werden, da der Faktor Zeit auf Deiner Seite ist. Als etwa 25-jähriger Berufseinsteiger solltest Du beispielsweise an die immer größer werdende Rentenlücke denken. Diese muss geschlossen werden, weil ansonsten unweigerlich Altersarmut droht.

Zur Schließung der Rentenlücke eignet sich ein ETF Portfolio, welches möglichst einfach strukturiert und mit hohem Aktienanteil gestaltet wird. Hierfür bietet sich ein Weltportfolio mit einer oder zwei Komponenten an. Aus meiner Sicht kannst Du in Deinem Alter auf einen Anleihen-Anteil verzichten, weil Zeit zum Aussitzen möglicher Krisen vorhanden ist.

Meine Empfehlung:

  • Einen ETF auf den MSCI ACWI IMI.

Als Alternative:

  • Einen ETF auf den MSCI World in Kombination mit einem auf den MSCI Emerging Markets im Verhältnis 70/30.

Wählst Du den von mir empfohlenen ETF, wird kein Rebalancing erforderlich und die Gesamtkosten bleiben mit 0,40 % pro Jahr erfreulich niedrig.

Nachdem der ETF gewählt wurde, musst Du Deinen Finanzbedarf zur Schließung der Rentenlücke ermitteln. Das wichtigste Hilfsmittel ist der jährliche Bescheid von der gesetzlichen Rentenversicherung. Aus dem geht hervor, mit welchem Betrag Du zum Renteneintrittsalter rechnen kannst.

Nachfolgend ein vereinfachtes Rechenbeispiel mit einem Gehalt von 2.500 Euro pro Monat.

  • Bei 2.500 Euro monatlich kannst Du ab 2030 mit einer Rente von nur noch 1.000 Euro (40 %) rechnen. Eine weitere Senkung des Rentenniveaus kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.
  • Damit der aktuelle Lebensstandard aufrechterhalten werden kann, muss also eine Lücke von 1.500 Euro für jeden Monat geschlossen werden.

Nun behaupten jedoch überwiegend junge Experten, dass der Geldbedarf eines Rentners wesentlich geringer, als der eines 40-jährigen Arbeitnehmers sei. Dem muss ich energisch widersprechen, denn in diesem Fall spricht der Faktor Freizeit für höheren Geldbedarf. Schließlich sollen zum Lebensabend alle Dinge nachgeholt werden, auf die während der arbeitsreichen Jahre und zugunsten der Kinder verzichtet wurde.

Bleiben wir also in der Beispielrechnung bei monatlich 1.500 Euro ab einem Renteneintrittsalter von 67 Jahren. Jetzt wird von Dir erwartet, eine Restlebenszeit festzulegen. Natürlich ist diese Aufgabe schwer und von Unbekannten geprägt. Einerseits willst Du steinalt werden, andererseits kann niemand in die Zukunft schauen. Zur Erleichterung nehmen wir das Durchschnittsalter vom Statistischen Bundesamt und dieses liegt bei 87 Jahren.

Ergo benötigst Du mindestens 1.500 mal 240 gleich 360.000 Euro. Da nicht auszuschließen ist, dass Du wesentlich älter wirst, runden wir auf 450.000 Euro auf.

Wie groß muss ein ETF Portfolio sein, um in 42 Jahren 450.000 Euro zu generieren?

Nachfolgend rechne ich Dir vor, wie viel Du mit 25 Jahren in ein ETF Portfolio investieren musst, welches 8 % Rendite pro Jahr erzielt und 42 Jahre lang gehalten wird:

  • 20.000 Euro mit 8 % per anno resultieren nach 42 Jahren in einer Endsumme von 569.000 Euro brutto.
  • Mit 25.000 Euro Einsatz erhöht sich das Endergebnis auf 712.000 Euro brutto.

Von den 712.000 Euro gehen 25 % Abgeltungssteuer minus die jeweiligen Sparerfreibeträge ab. Es bleibt in jedem Fall genug Geld zum Schließen der Rentenlücke übrig, auch wenn Du wesentlich älter als 87 Jahre wirst. Die ganze Rechnung hat nur 2 Haken:

  • Nicht jeder Arbeitnehmer verfügt mit 25 Jahren über 25.000 Euro, die er einfach investieren kann.
  • In 42 Jahren ist das Geld nur noch die Hälfte wert.

Welche Lösung es dafür gibt, erfährst Du beim Weiterlesen.

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ETF Portfolio ohne Kapital einrichten

Jetzt kommen wir zum wesentlichen Grund, warum ETFs die idealen Anlagevehikel für jeden Sparer oder Arbeitnehmer sind. In Aktien kannst Du nicht ohne ein gewisses Mindestkapital investieren, in ETFs aber schon. Du benötigst lediglich ein regelmäßiges Einkommen, solltest früh anfangen und lange diszipliniert dabeibleiben.

Mit dem ETF-Sparplan können die unterschiedlichsten Wünsche realisiert werden, es kommt lediglich auf die jeweils geeignete Sparrate an. Bleiben wir für das erste Beispiel beim oben genannten Vorhaben, dem Schließen der Rentenlücke:

  • Eine Sparrate von monatlich 100 Euro in einen ETF-Sparplan mit 8 % Rendite per anno zu investieren, resultiert nach 42 Jahren in einem Endergebnis von 414.000 Euro brutto.
  • Eingezahlt hast Du während der Laufzeit nur 50.400 Euro.
  • Erhöhst Du die Sparrate auf 150 Euro im Monat, kommen brutto 622.000 Euro heraus.
  • In dem Fall beträgt Deine Eigenleistung eine Summe von 75.600 Euro.

Mit 150 Euro im Monat schließt Du effektiv Deine Rentenlücke nach heutigem Stand. Den Kaufkraftschwund durch die Inflation gleichst Du idealerweise mit dynamischen Sparraten aus.

  • Im ersten Jahr beträgt die monatliche Sparrate 150 Euro.
  • Im zweiten Jahr zahlst Du monatlich 153 Euro ein.
  • Auf 156 Euro pro Monat musst Du die Sparrate im dritten Jahr erhöhen.

Natürlich kommt bei dynamischen Sparraten über 42 Jahre eine etwa doppelt so hohe Monatsbelastung zustande. Gleiches passiert jedoch mit Deinem Gehalt, welches regelmäßig mindestens um die Inflationsrate erhöht wird. Mit dynamischen Sparraten überträgst Du den heutigen Wert in eine beliebig ferne Zukunft und kannst sogar auf eine Vergrößerung der Rentenlücke reagieren.

Gehen wir davon aus, dass Du im Alter ausgedehnte Reisen unternehmen oder kostspieligen Hobbys nachgehen möchtest, wäre eine höhere Sparrate sinnvoll:

  • 200 Euro pro Monat in einen ETF-Sparplan mit 8 % jährlicher Rendite investiert, ergeben nach 42 Jahren stolze 830.000 Euro vor Steuern.
  • Deine Eigenleistung beläuft sich dabei auf 101.000 Euro.
  • Damit schließt Du die Rentenlücke und hast etwa 150.000 Euro zur persönlichen Verfügung.

Natürlich sollte auch diese Option mit dynamischen Sparraten ausgeführt werden. Im letzten Jahr würde Deine Sparrate etwa 400 Euro betragen und Dein Gehalt auf 5.000 Euro angewachsen sein.

Im letzten Beispiel nehmen wir an, dass Du mit dem ETF-Sparplan die Rentenlücke schließen, für eigene vier Wände zum Lebensabend sorgen und komfortabel leben möchtest. Dazu sind etwa 20 % Deines Gehalts nötig und das bedeutet eine monatliche Sparrate von 500 Euro:

  • Aus 500 Euro monatlicher Sparrate werden in 42 Jahren bei identischen Bedingungen ganze 2 Millionen Euro.
  • Deine gesamten Einzahlungen belaufen sich auf 252.000 Euro.

Auch hier erhält eine integrierte Dynamik die oben dargestellte Kaufkraft durch gleichmäßig mit dem Einkommen steigenden Monatsraten. Nachdem der Gewinn versteuert ist, bleibt genug Geld für einen angenehmen Lebensabend in den eigenen vier Wänden und mit allem erdenklichen Komfort.

Was will ich Dir mit meinen Ausführungen zeigen?

Du sollst aus diesen Beispielen mitnehmen, dass die Frage – wie viel Geld für ein ETF Portfolio – im Grunde genommen überflüssig ist. Erstens hat nicht jeder Arbeitnehmer ausreichend große Mittel zur Verfügung und zweitens ist die Einmalanlage zu wenig flexibel. Solltest Du über 25.000 Euro oder mehr verfügen, bilde daraus eine eiserne Reserve und erfülle Dir den einen oder anderen Wunsch.

Der Vermögensaufbau funktioniert mit einem ETF-Sparplan und langem Anlagehorizont wesentlich besser. Achte dabei auf eine möglichst schlichte Gestaltung des Portfolios mit einem thesaurierenden ETF, niedriger TER und dynamische Sparraten.

Heute in ein ETF Portfolio zu investieren, um im kommenden Jahr bereits davon zu leben, setzt viel Anfangskapital voraus und ist ein gefährliches Unternehmen. Warum? Weil Du mit einem oder mehreren ausschüttenden ETFs auf die Zauberkraft des Zinseszinseffekts verzichtest und anfällig für jederzeit mögliche Krisen bist.

Was machst Du mit dem kostenintensiven Weltportfolio beispielsweise in einer Finanzkrise mit 40 % Wertverlust und jahrelanger Erholungsphase. Auf Einkünfte aus der Geldanlage verzichten und einer Tätigkeit nachgehen?

Mein Fazit

ETFs sind wunderbare Anlagevehikel, die von jedem Arbeitnehmer oder Sparer mit langem Anlagehorizont zum Vermögensaufbau genutzt werden können. Kapital ist für den Einstieg nicht erforderlich, denn es gibt den ETF-Sparplan mit flexiblen und dynamisch gestaltbaren Sparraten. Wer früh einen ETF-Sparplan mit einem globalen Aktienindex einrichtet und diszipliniert mehrere Jahrzehnte dabeibleibt, kann sich über attraktive Erträge freuen.

ETF-Sparpläne sind für Menschen in jedem Alter geeignet und können auch über das Renteneintrittsalter hinaus beibehalten werden. Schrittweises Entsparen ist aus mehrerlei Hinsicht sinnvoll. Mehr dazu in meinem Artikel „ETFs im Alter“.

Dein Depotstudent Dominik

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