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Was ist eine Stop-Order? Der ultimative Guide zu Orderarten

Frau Mädchen Kuss Aktien
Depotstudent Dominik
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Definition: Neben der klassischen Market-Order, die ohne Limit ausgeführt wird, existieren verschiedene weitere Ordertypen. Die sehr populären Stop-Orders sorgen dafür, dass eine Ausführung der Order erst beim Erreichen einer bestimmten Kursschwelle ausgeführt wird. Sie eignen sich demnach hervorragend, um Verluste zu begrenzen aber auch, um erst im Rahmen eines eindeutigen Aufwärtstrends in ein Wertpapier einzusteigen.

Stop-Order…

Die Definition klingt gar nicht so kompliziert, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheint. Oder?

Die gute Nachricht: Nein, es ist wirklich nicht sehr kompliziert, wenn man das Prinzip der einzelnen Ordertypen erst einmal verstanden hat.

Die schlechte Nachricht: Du musst Dich zwangsläufig mit mehreren verschiedenen Ordertypen befassen, um ein ganzheitliches Bild über das Thema zu erhalten.

In diesem Guide, der einen wichtigen Bestandteil der Aktien Einsteiger Serie darstellt, möchte ich Dir alle Ordertypen mit einem Stop-Zusatz vorstellen und Dir genau erklären, welche Eigenschaften sich dahinter verbergen. Ich möchte Dich also in die Lage versetzen, genau den Ordertyp identifizieren zu können, der zu einer bestimmten Kurssituation in Kombination mit einem bestimmte Ziel passt.

Lass uns starten!

Warum gibt es überhaupt Ordertypen?

Endlich: Du hast eine Aktie gekauft, die die schon sehr lange im Depot haben wolltest und freust Dich nun über Deine neuste “Errungenschaft”.

Damit die Freude jedoch nicht schnell wieder verpufft, sollte die Aktie nun auch in die gewünschte Richtung laufen. Nach oben!

Aufgepasst!

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Verluste?

Darüber machst Du Dir an dieser Stelle wahrscheinlich gar keine Gedanken, oder? Schließlich hast Du die Aktie über mehrere Wochen beobachtet, genau analysiert und den scheinbar perfekten Kaufzeitpunkt erwischt. Was soll hier bitte schief gehen?

Leider muss ich an dieser Stelle ein Spielverderber sein: Es gibt weder den perfekten Kaufzeitpunkt, noch ein “todsicheres Investment” an der Börse. Eine Aktie kann sich, auch wenn dahinter das beste Unternehmen der Welt steht, in eine völlig andere Richtung entwickeln, wie Du es vielleicht erwarten würdest. Du solltest Dich also bereits vor dem Kauf unbedingt mit dem Thema “Umgang mit Verlusten” beschäftigen.

Ein Thema, das hier zwangsläufig eine wichtige Rolle spielt, sind Stop-Kurse und die zugehörigen Orderarten.

Insbesondere bei kurz- und mittelfristigen Strategien kommen diese sehr häufig zum Einsatz, um Positionen gegen hohe Verluste abzusichern. Quasi unmittelbar nach der Kauforder wird bereits die Verkaufsorder eingestellt und mit einem bestimmten Zusatz versehen, der verhindern soll, dass die Order vor dem Erreichen einer bestimmten Kursschwelle ausgeführt wird.

Nun ist es aber so, dass mit Orderzusätzen nicht nur Verluste begrenzt werden können.

Vielmehr bieten diese sehr variable Möglichkeit, wie beispielsweise den Verkauf erst nach dem Erreichen eines bestimmen Kurszuwachses ausführen zu lassen oder aber den Stop-Kurs mit dem Aktienkurs nach oben mitwandern zu lassen (Trailing-Stop, dazu später mehr).

Fakt ist also: Orderzusätze können, abhängig von der Strategie, eine tolle Sache sein und haben somit definitiv ihre Daseinsberechtigung an der Börse.

Welche Arten von Ordertypen es gibt und wie diese funktionieren, verrate ich Dir jetzt…

Die wichtigsten Orderarten in der Übersicht

In diesem Kapitel möchte ich insgesamt 5 Ordertypen genauer beleuchten, die für Dich als Privatanleger relevant sein können.

Der Standard: Wenn Du keinen Ordertyp wählst, ist sozusagen standardgemäß der Typ “Market-Order” eingestellt. Hierbei wird die Order schnellstmöglich zum besten verfügbaren Preis ausgeführt. Das kann definitiv nicht immer die richtige Wahl sein!

1. Die Limit-Order

Die Limit-Order ist der simpelste Orderzusatz überhaupt und ist perfekt geeignet für Orders in sehr volatilen Märkten.

Mit einer Limit-Order legst Du den maximalen Kaufpreis bzw. den minimalen Verkaufspreis fest. Dieser Orderzusatz ist also wichtig für Käufer und Aktienbesitzer, die nicht zu “bestens/billigst” und schnellstmöglich ausführen möchten, sondern eine ganz klare Preisvorstellung von einer Aktie haben.

Ein kleines Beispiel…

Du möchtest eine Aktie kaufen, deren Kurs sich aktuell auf 95,30 Euro beläuft. Nun könntest Du eine Limit-Order platzieren die besagt, dass ein Kauf bis maximal 96 Euro ausgeführt werden soll. Findet der Broker nur Preise, die darüber liegen, wird die Order nicht ausgeführt.

Zusätzlich kannst Du diese Order mit einer Gültigkeitsdauer versehen. Sie bleibt also solange im Markt, bis die von Dir festgelegte Gültigkeit überschritten ist.

Wie versprochen, sehr simpel!

2. Die Stop-Order

Die Stop-Order ist der wahrscheinlich am meisten gebrauchte Orderzusatz überhaupt.

Mithilfe von Stop-Orders hast Du die Möglichkeit, Aktien erst dann zu verkaufen, wenn diese eine bestimmte Kursmarke erreicht haben. Und zwar eine Kursmarke nach oben oder nach unten.

Das bedeutet: Mithilfe einer Stop-Order lassen sich Verluste begrenzen (Stop-Loss-Order) aber auch Gewinne realisieren (Stop-Buy-Order)!

Meist wird eine Stop-Order jedoch im Rahmen einer Absicherungsstrategie verwendet.

Eine Stop-Order bietet Dir also die Möglichkeit, Deine gewünschte Strategie umzusetzen, ohne das der Markt ständig von Dir beobachtet werden muss. Eine tolle Möglichkeit also für Privatanleger, die wahrscheinlich neben Familie und Beruf nicht den ganzen Tag vor dem Kursmonitor sitzen können.

Machen wir ein kleines Beispiel.

Du hast eine Position eröffnet zu einem Preis von 100 Euro und möchtest diese Position bei einem maximalen Verlust von 10 % wieder schließen, um noch größere Verluste zu begrenzen.

Somit könntest Du eine Stop-Loss-Order mit einer Ausführungsschwelle bei 90 Euro in Auftrag geben.

Unterschreitet nun der Aktienkurs die von Dir festgelegten 90 Euro, wird die Order aktiviert und ausgeführt.

Das Beispiel wäre analog im Rahmen einer Stop-Buy-Order anzuwenden.

Achtung: Ein Stop-Order wird bei Erreichen des von Dir definierten Kursniveaus automatisch mit dem Zusatz “bestens/billigst” und somit schnellstmöglich zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt. Somit könnte es durchaus möglich sein, dass Deine Order zwar bei 90 Euro aktiviert, jedoch mit einem Verkaufskurs von 85 Euro ausgeführt wird. Besonders bei heftigen Kursverlusten ist dieses Szenario nicht selten. Die Lösung: Eine Stop-Limit-Order.

3. Die Stop-Limit-Order

Die Stop-Limit-Order kombiniert (wie der Name unschwer erkennen lässt) die Eigenschaften der Stop-Order mit denen der Limit-Order.

Hier definierst Du also zwei Bedingungen die nötig sind, damit die Order ausgeführt werden kann:

  1. Das Kursniveau, bei dem die Order aktiviert werden soll (Stop)
  2. Den Preis, der mindestens beim Verkauf erzielt werden soll (Limit)

Das Limit muss also logischerweise kleiner oder gleich dem Stop sein bei einer Stop-Loss-Limit-Order bzw. größer oder gleich bei einer Stop-Buy-Limit-Order.

Ein Beispiel.

Nehmen wir diesmal an, Du hast eine Aktie erworben und möchtest einen Teil der Gewinne beim Erreichen einer bestimmten Kursschwelle realisieren.

Du hast 10 Aktien à 100 Euro erworben. 5 dieser Aktien möchtest Du, um Dein Vorhaben in die Tat umzusetzen, beim Erreichen einer Kursmarke von 130 Euro automatisch verkaufen. Allerdings nur dann, wenn auch mindestens ein Verkaufspreis von 130 Euro erzielt werden kann.

Somit gibst du eine Stop-Buy-Limit-Order mit den Zusätzen Stop = 130 Euro und Limit = 130 Euro auf.

Deine Order wird automatisch ausgeführt, sobald beide Bedingungen erfüllt sind.

Genial, oder nicht?

4. Der Trailing-Stop

Die Trailing-Stop-Order “wandert” bei einem Kursanstieg mit und reagiert somit sehr flexibel auf Kurszuwächse aller Art.

Heißt: Du definierst einmalig ein Absicherungsniveau, beispielsweise 10 % unter Deinem Einstandskurs. Steigt nun der Wert der Aktie, steigt auch das Niveau Deines Stop-Kurses. Und zwar automatisch im Abstand von 10 %.

Ein Beispiel.

Du hast eine Aktie für 100 Euro erworben und möchtest automatisch bei einem Verlust von 10 % verkaufen. Auch dann, wenn die Aktie steigt. Sobald der Kurs also vom letzten Hoch um 10 % fällt, soll die Aktie verkauft werden.

Der Stop-Kurs wandert also wie folgt:

  • 100 Euro > Stop bei 90 Euro
  • 120 Euro > Stop bei 108 Euro
  • 150 Euro > Stop bei 135 Euro
  • 200 Euro > Stop bei 180 Euro

Diese Order kann es aufgrund ihrer Eigenschaft nur als Stop-Loss-Typ geben. Ein Stop-Buy-Typ existiert hier also nicht.

Achtung: Achte auch bei der Trailing-Stop-Order darauf, dass diese standardgemäß als Market Order beim Erreichen des Stops ausgeführt wird. Wenn Du das nicht möchtest, solltest Du eine Trailing-Stop-Limit-Order platzieren.

5. One-Cancels-Other (OCO-Order)

Den kompliziertesten Orderzusatz habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben.

Dieser Ordertyp enthält zwei völlig konträre Bedingungen. Sobald eine Bedingung erfüllt wird, führt Dein Broker die Order aus und löscht die andere Bedingung.

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Ziel dieser Order ist es, Verluste zu begrenzen und gleichzeitig gewinne zu realisieren, ohne den Kurs einer Aktie stetig verfolgen zu müssen.

Eine OCO-Order platziert also zum Beispiel eine Stop-Limit-Order, um nach unten abgesichert zu sein. Gleichzeitig wird eine Stop-Buy-Order platziert, um Gewinne realisieren zu können.

Fällt nun der Kurs der Aktie, wird die Stop-Limit-Order aktiviert und der Verkauf ausgelöst. Die Stop-Buy-Order wird gelöscht. Steigt jedoch der Kurs der Aktie, tritt das gegenteilige Szenario in Kraft.

Übrigens: Eine OCO-Order kann auch im Rahmen eines Aktienkaufs platziert werden. Hier wird eine Limit-Buy-Order mit einem günstigeren Kurs eingestellt. Gleichzeitig möchte man sich mit einer Start-Buy-Limit-Order jedoch auch die Möglichkeit offen halten, bei einem extrem steigenden Kurs (der die Limit-Buy-Order nicht auslösen würde), von weiteren Anstiegen profitieren zu können.

Klingt kompliziert, ist es allerdings in der Praxis nicht wirklich, da hier lediglich mehrere bereits bekannte Ordertypen miteinander kombiniert werden.

Allerdings wird eine OCO-Order in der Realität wahrscheinlich so gut wie niemals benötigt.

Ich zumindest habe noch nie den OCO-Orderzusatz verwendet (wobei ich generell sehr wenig mit Orderzusätzen handle, da ich eine langfristige Strategie verfolge).

Abschließende Tipps

Zum Abschluss dieses Guides möchte ich Dir noch einige abschließende Tipps mit auf den Weg geben, um Dich vor dem ein oder anderen Fehler bei der Verwendung von Orderzusätzen zu bewahren.

1. Stop-Kurs niemals zu knapp setzen

Aktienkurse schwanken. Das ist kein ungewöhnliches Szenario und sollte keine grauen Haare hervorrufen.

Kursbewegungen von mehreren Prozentpunkten sind also zunächst nicht ungewöhnlich.

Sind Deine Stop-Kurs jedoch zu nahe an den Einstiegskursen gewählt, kann es passieren, dass Du sehr schnell ausgestoppt wirst und der Kurs im Anschluss nach oben wandert.

Ich würde Dir also zu Kursniveaus von 10 % bis 15 % unter dem Einstiegsniveau raten, um genau das zu verhindern.

2. Trailing-Stop sinnvoll nutzen

Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen.

Dies ist eine der ältesten Börsenweisheiten überhaupt.

Ein Trailing-Stop bietet Dir die Möglichkeit, diese Börsenweisheit völlig automatisch in Deine Handelsstrategie zu integrieren.

Nutze dieses Hilfsmittel jedoch sinnvoll.

Ein Trailing-Stop bei sehr volatilen Titeln, die auch im Rahmen einer Aufwärtsbewegung stark schwanken, ergibt definitiv keinen Sinn!

3. “Langfristig” und Stop-Kurse passen nicht zusammen

Wer einen langfristigen Anlagehorizont verfolgt, der wird in der Regel nicht mit Stop-Kursen arbeiten.

Warum auch?

Wer eine Aktie 10, 20 oder 30 Jahre halten möchte, dem machen kurzfristige Wertschwankungen nichts aus. Häufige Verkäufe, um vielleicht später wieder in den Wert einzusteigen, würden die Ordergebühren nur unnötig in die Höhe treiben.

FAQ zu Ordertypen

Wie wird ein Orderzusatz platziert?

Jeder Orderzusatz wird im Rahmen der Kauf- bzw. Verkaufsmaske bei Deinem Broker eingegeben. Achte unbedingt darauf, neben dem eigentlichen Orderzusatz auch die Gültigkeitsdauer der Order festzusetzen.

Wann sollte ich mit Stop-Limits arbeiten?

Generell würde ich diese Frage wie folgt beantworten:

1. Langfristige Anlagen ohne Stop
2. Kurz- und mittelfristige Anlagen (Spekulationen) mit Stop

Allerdings muss hier jeder Anleger seinen eignen Weg finden, der zu den eignen Zielen und der eigenen Strategie passt.

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