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Was sind Zertifikate? Einfach erklärt für Einsteiger

Depotstudent Dominik
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Zertifikate gehören zur Gruppe der Derivate. Diesen liegt also ein Basiswert zugrunde (z.B. eine Aktie oder ein Index), an dessen Wertentwicklung sich auch der Preis eines Zertifikats orientiert. Es gibt zahlreiche verschiedene Arten von Zertifikaten, die alle unterschiedliche Eigenschaften besitzen und andere Vorteile für einen Anleger bereithalten.

Zertifikate einfach erklärt…

Genau das habe ich mir mit diesem Beitrag der Aktien Einsteiger Serie zum Ziel gesetzt. Ich möchte Dir ein etwas komplexes Thema in einfacher aber detaillierter Weise genau erklären.

Zertifikate können nämlich unter Umständen eine gute Beimischung in einem Depot sein. Aus diesem Grund solltest Du als Privatanleger genau die Vorteile aber auch die Gefahren eines Zertifikats erkennen.

Lass uns also keine Zeit verlieren und direkt starten: Was sind Zertifikate?

Jetzt gibt’s die Antwort!

Wie funktioniert ein Zertifikat

Wie eingangs bereits erwähnt gehören Zertifikate zur großen Gruppe der Derivate. Hierbei handelt es sich um Finanzprodukte, die nicht “eigenständig” existieren könnten, sondern immer einem Basiswert zugrundeliegen.

Bei Zertifikaten handelt es sich bei den Basiswerten häufig um Aktien, Indizes oder Rohstoffe.

Aus dieser Eigenschaft heraus ergibt sich die erste Besonderheit eines Zertifikates: Anders als bei Aktien erfolgt die Preisbildung nicht durch Angebot und Nachfrage, sondern wird unmittelbar von der Preisentwicklung des Basiswerts abgeleitet.

Steigt der Basiswert, steigt auch der Preis des Zertifikates. Analog dazu fällt der Preis eines Zertifikates, wenn der Basiswert fällt.

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Die eigentliche Besonderheit bei Zertifikaten liegt jedoch in den zahlreichen “Wenn-Dann-Bedingungen” die hier zu finden sind.

Dazu im folgenden Kapitel mehr…

Wie funktioniert eigentlich ein Zertifikat?

Zertifikate werden von Banken ausgegeben und sollen ein bestimmtes Szenario in der Zukunft prognostizieren. Genau hier kommen die bereits angesprochenen “Wenn-Dann-Bedingungen” ins Spiel…

Konkrete Beispiele folgen später, wenn ich Dir die einzelnen Arten der Zertifikate erkläre.

Zunächst einmal nur die grundlegende Funktionsweise.

Eine Bank, die ein Zertifikat ausgibt, kann nahezu zahlreiche verschiedene Wenn-Dann-Bedingungen in einem Zertifikat einbauen. So könnte die Bank zum Beispiel festlegen, dass Du als Zertifikats Besitzer einen Bonus erhältst, wenn ein Rohstoff oder ein Index einen bestimmen Kurs erreicht hat. Oder Du erhältst einen Bonus, wenn sich eine Aktie nicht aus einer genau definierten Preisspanne herausbewegt.

Die Ausgestaltungsmöglichkeiten sind hier sehr flexibel was dazu führt, dass es zahlreiche verschiedene Arten von Zertifikaten gibt…

Welche Zertifikate gibt es?

Wenn Du Dich zuvor noch nie mit Zertifikaten beschäftigt hast, wirst Du wahrscheinlich von der gigantischen Vielfalt zunächst erschlagen sein.

Es existiert eine Vielzahl an verschiedenen Typen (unten siehst Du einen Screenshot des Zertifikat-Filters der Consorsbank), die ich Dir in diesem Kapitel näher vorstellen möchte.

Was sind Zertifikate - Zertifikate einfach erklärt. Übersicht über Typen bei der Consorsbank.

1. Index Zertifikate

Index Zertifikate sind die am wahrscheinlich häufigste verbreitete Form dieser Anlageklasse.

Verständlich, denn ein Index Zertifikat bietet Dir die Möglichkeit, mit nur einer Position im Depot einen gesamten Index, beispielsweise den DAX oder den Dow Jones, abzubilden.

Die Preisentwicklung des Zertifikats erfolgt hier sehr transparent und orientiert sich direkt an der des Index. Besitzt Du also ein Index Zertifikat auf den DAX und dieser steigt im Wert, dann wird auch Dein Index Zertifikat im Preis zulegen.

Investierst Du in einen ausländischen Index der in einer anderen Währung berechnet wird, solltest Du unbedingt darauf achten, dass es sich um ein Quanto-Zertifikat handelt. Hier werden Währungseinflüsse und Währungsschwankungen egalisiert, sodass dieses keinen Einfluss auf die Preisbildung des Zertifikates nehmen.

Vorsicht: Auf Dividendenzahlungen der einzelnen Unternehmen innerhalb eines Index musst Du bei einem Zertifikat verzichten!

2. Discount Zertifikate

Stell Dir vor, Du möchtest in ein vielversprechendes Unternehmen investieren, musst allerdings nicht den vollen Aktienpreis bezahlen, sondern erhältst einen Rabatt auf Deinen Kauf…

Zu schön um wahr zu sein?

Keineswegs! Discount Zertifikate (Rabatt Zertifikate) ermöglichen genau das. Die Bank, die ein Zertifikat ausgibt, gewährt Dir einen Rabatt auf den Basiswert.

So sinkt Dein Positionsrisiko erheblich und Du darfst Dich über einen günstigen Einstiegspreis freuen. Sinkt der Preis des Basiswerts, bleibt dies für Dich unter Umständen sogar ohne negative Folgen.

Sind Discount Zertifikate also das “rundum sorglos Paket”?

Leider nein, denn es gibt auch einen sehr entscheidenden Haken…

Discount Zertifikate sind, wie die meisten anderen Zertifikate auch, mit einem Fälligkeitsdatum ausgestattet. Zu dieser Fälligkeit erhältst Du als Anleger den Gegenwert des Basiswerts erstattet oder, sollte es sich um ein Discount Zertifikat auf eine Aktie handeln, diese in Dein Depot gebucht.

Mit einer entscheidenden Einschränkung!

Die Bank gewährt Dir zwar einen Rabatt, beschneidet Dich jedoch in Deinen Gewinnchancen. Kursgewinne, die über ein bestimmtes Maß hinausgehen, werden von der Bank einbehalten. Diese Obergrenze wird im Fachjargon auch Cap genannt.

Discount Zertifikate sind also eine tolle Wahl, wenn Du Kursgewinne im niedrigen zweistelligen Bereich erwartest. Bei Tech-Unternehmen oder langfristigen Investments ist davon eher abzuraten.

3. Bonus Zertifikate

Wie wäre es mit einer Mischung aus Index Zertifikat und Discount Zertifikat?

Genau das sind dann Bonus Zertifikate.

Du als Anleger erhältst am Ende der Laufzeit des Zertifikates Deinen investierten Ausgangsbetrag, plus einen Bonus. Allerdings nur, wenn der Basiswert eine im Zertifikat definierte Schwelle während der gesamten Laufzeit nicht ein einziges Mal berührt hat.

Wird diese Barriere berührt, verhält sich das Bonus Zertifikat jedoch nicht wie ein Knock-Out-Optionsschein (hier wäre Dein gesamtes Investment futsch!). Du erhältst allerdings keinen Bonus, sondern den zum Laufzeit Ende gültigen Wert des Basispreises erstattet.

Gewinne nach oben sind bei diesem Zertifikat nicht begrenzt, Verlust nach unten allerdings auch nicht. Außerdem verzichtest Du auf die Zahlung von Dividenden.

Bonus Zertifikate sind dann die richtige Wahl, wenn Du einen sich seitwärts bewegenden Markt erwartest.

Aber ganz erhelich…

Dieser ist in der Regel sehr schwierig vorauszusehen!

4. Sprint Zertifikate

Sprint Zertifikate bieten Dir die Möglichkeit, doppelt von steigenden Kursen zu profitieren. Allerdings nur im Rahmen einer vorab festgelegten Bandbreite.

Um Dir die Funktionsweise von Sprint Zertifikaten zu erklären, ein kurzes Beispiel…

Eine Bank gibt ein Sprint Zertifikat auf die Aktie A aus, die Aktuell bei 200 Euro (Basispreis oder Strike) steht. Zusätzlich wird ein Zielkurs (auch Cap) eingebaut, der in diesem Fall bei 240 Euro liegt.

Steigt nun der Wert der Aktie A innerhalb der Laufzeit leicht über das Cap, was der Idealfall wäre, erhältst Du als Anleger Deine Gewinne doppelt vergütet. Heißt: Dir würden 280 Euro überwiesen werden (40 Euro (Spanne Strike bis Cap) x 2).

Bis zu einem Anstieg von 280 Euro würdest Du mit einem Sprint Zertifikat also besser fahren als mit einem Direktinvestment.

Übrigens: Sinkt der Basiswert zum Ende der Laufzeit unter den Strike, entspricht der Wert des Zertifikates dem aktuellen Preis des Basiswerts.

5. Themen Zertifikate

Eine neue aber sehr beliebte Form sind Themen Zertifikate (auch Basket Zertifikate), die einen vom Emittenten festgelegten Korb an Aktien enthalten.

Themen Zertifikate sind also vergleichbar mit Indexzertifikaten, wobei die Anzahl der Aktien häufig deutlich geringer ist.

Mit Themen Zertifikaten lässt sich hervorragend in eine bestimmte Branche oder eine bestimmte Zukunftsidee investieren.

6. Wikifolio

Ein Thema, das innerhalb der letzten Jahre sehr stark in Mode gekommen ist, lautet “Social Trading”. Heißt: Du investierst, indem Du andere erfolgreiche Investoren kopierst.

Eine moderne Form des Social Tradings ist Wikifolio.

Hierbei werden die Depots privater Investoren, die bei Wikifolio registriert sind, in Form eines Zertifikats tatsächlich an der Börse ausgegeben und sind dort handelbar.

Ich selbst treffe meine Investmententscheidungen lieber selbst und halte von dieser Form des Investierens nichts. Das muss schlussendlich allerdings jeder für sich selbst entscheiden.

Vor- und Nachteile von Zertifikaten

Bei wirklich jeder Anlageklasse lassen sich Vor- und Nachteile finden.

Auch bei Zertifikaten!

Während viele Privatanleger auf diese Anlageklasse schwören und häufig mit Zertifikaten handeln, raten andere Anleger dazu, diese unbedingt zu meiden.

Du musst Dir letztendlich selbst ein Bild darüber machen, ob Zertifikate für Dich ein lohnendes Investment sind und zu Deiner Anlagestrategie passen.

Um Dich bei dieser Überlegung zu unterstützen möchte ich Dir in diesem Kapitel die wichtigsten Vor- und Nachteile dieser Anlageklasse objektiv präsentieren…

Die Vorteile von Zertifikaten

1. Einfacher Zugang zu schwierigen Märkten

Rohstoffe wie Öl, Palladium oder Weizen können von Privatanlegern nur sehr schwer gehandelt werden.

Oder?

Falsch! Zertifikate bieten einen einfachen und schnellen Zugang zu Rohstoffmärkten, die viele Privatanleger sehr schätzen.

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2. Feinjustierung

Durch Zertifikate lassen sich nahezu alle Eventualitäten, die zukünftig eintreten könnten, abdecken. So kannst Du mit dieser Handelsklasse wirklich in nahezu jedem Marktumfeld erfolgreich handeln. Egal, ob fallende Märkte, Seitwärtsphase oder steigende Märkte.

Die Frage ist nur: Kann man die Aktienmärkte wirklich so gezielt vorhersehen?

Ich würde sagen: Nein!

Aus diesem Grund ist mein Anlagehorizont ein sehr langfristiger.

3. Outperformance möglich

Produkte wie Sprint Zertifikate ermöglichen es Dir, den Markt zu schlagen.

4. Liquidität

Zertifikate werden sehr rege gehandelt, was zu einem hohen Maß an Liquidität führt.

Du musst ein Zertifikat also nicht bis zur Fälligkeit halten, sondern könntest dieses auch vorab verkaufen.

Die Nachteile von Zertifikaten

1. Teilweise unklare Preisbildung

Ich habe bereits erwähnt, dass die Preisbildung bei Zertifikaten nicht auf Angebot und Nachfrage beruht, sondern sich an der Entwicklung des Basispreises orientiert.

Das ist auch bei einfachen Index Zertifikaten kein Problem und läuft in der Regel sehr transparent.

Kompliziert wird es hingegen, wenn viele “Wenn-Dann-Bedingungen” eingearbeitet sind. In diesen Fällen lässt sich die Preisbildung eines Zertifikates von einem Privatanleger nur sehr schwer bis gar nicht nachvollziehen.

2. Keine Dividenden

Dividendenzahlungen machen bei vielen Investoren einen Löwenanteil der Rendite aus. Wer allerdings nicht die Aktie selbst, sondern lediglich ein Zertifikat besitzt, erhält keine Dividende.

Diese behält die Bank selbst ein.

Fazit: Sind Zertifikate sinnvoll oder nicht?

Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem Beitrag die Frage “Was sind Zertifikate” sehr umfangreich beantworten.

Als Fazit nimmst Du bitte mit, dass Zertifikate auf keinen Fall zu verteufeln sind. Es gibt durchaus Marktphasen, in denen Zertifikate die richtige Wahl sein können. Das Problem liegt in der Regel jedoch darin, diese Marktphasen frühzeitig zu erkennen – was leider nur die wenigsten Privatanleger (mich eingenommen) wirklich tun.

Daher ist für mich der langfristige Ansatz der Bessere. Ich selbst handle also nicht mit Zertifikaten. Einfach, weil diese nicht zu meiner Anlagestrategie passen.

Wie sieht es mit Dir aus?

Wie ist Deine Meinung zu Zertifikaten?

Ich würde mich sehr über Deinen Kommentar freuen!

Zum Abschluss wartet auch Dich noch ein kurzer FAQ-Bereich mit den wichtigsten Fragen rund um Zertifikate.

Was ist besser: Index Zertifikat oder ETF?

Das kann man nicht pauschal beantworten. Ein großer Vorteil von ETFs ist die Tatsache, dass hier Dividenden berücksichtigt werden (entweder durch Ausschüttung oder direkte Reinvestition). Dies ist bei Zertifikaten leider nicht der Fall.

Auf der anderen Seite fallen bei Zertifikaten keine laufenden Gebühren an.

Wie finde ich Zertifikate?

Zertifikate lassen sich direkt über Deinen Broker erwerben. Alle guten Geldhäuser bieten Dir ein umfassende Suchfunktion hierzu an.

Gehandelt werden Zertifikate später am besten über Eurex, Euwax oder Scoach – ganz genau wie Aktien, ETFs oder Fonds auch.

Erhalte ich bei Zertifikaten Dividenden?

Nein, leider nicht. Wenn Du ein Zertifikat besitzt, erhältst Du keine Dividendenzahlungen.

Dein Depotstudent Dominik

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