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Burggraben Aktien – der beste Schutz für Privatanleger

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Depotstudent Dominik
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Jede Aktienanalyse sollte zunächst mit der Frage beginnen: In welche Unternehmen möchte ich überhaupt investieren?

Die Antwort wird wahrscheinlich beim Großteil der Privatanleger relativ identisch sein und könnte ungefähr so lauten: Ich möchte in qualitativ hochwertige Unternehmen investieren, die mir dabei helfe, mein Geld langfristig zu vermehren!

Soweit so gut…

Doch wie genau findet man diese „qualitativ hochwertigen Unternehmen“?

Die Antwort führt uns, wieder einmal, zu Warren Buffet.

Investiert dieser in Unternehmen, begibt er sich im ersten Schritt zunächst auf die Suche nach einem wichtigen Qualitätsmerkmal: dem Burggraben.

Und wie immer gilt: Wenn Warren Buffet nach Burggräben bei Unternehmen sucht, sollte dies auch Dein erster Schritt bei der Aktienanalyse sein! 

Was der Begriff „Burggraben Aktien“ genau umschreibt und wie Du Burggräben finden und erkennen kannst, erfährst Du in diesem Beitrag der Blogserie „Aktien für Einsteiger“.

Was genau sind Burggraben Aktien?

Der Begriff Burggraben wurde in Bezug auf Aktien erstmalig von Warren Buffet im Jahr 1986 verwendet.

In seinem Brief an die Aktionäre (Chairman’s Letter 1986) des Unternehmens Berkshire Hathaway beschreibt er den Burggraben als eine imaginäre Schutzvorrichtung, die den Wert eines Unternehmens vor der Konkurrenz schützt (wörtlich: the moat protects a valuable business castle).

Nicht grundlos bediente sich Warren Buffet genau dieser Metapher, denn sie lässt sich perfekt auf die Börse und die freie Marktwirtschaft übertragen.

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Einfach ausgedrückt: Burggraben Aktien besitzen einen fiktiven Schutzwall, der aus verschiedenen Eigenschaften besteht (dazu später mehr). Dieser Burggraben schützt das Unternehmen vor der Konkurrenz und macht einen langfristigen Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit möglich.

Je breiter ein solcher Burggraben ist, desto besser ist das Unternehmen auch davor geschützt, dass andere Unternehmen Produkte, Vertrieb oder Dienstleistungen einfach kopieren und somit Marktanteile vom Unternehmen rauben.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Lassen sich Produkte oder Dienstleistungen einfach kopieren, ist der Burggraben extrem klein bis überhaupt nicht vorhanden.

Besitzt das Unternehmen außerdem keinen starken Markennamen oder ein großes Vertriebsnetzwerk, ist das doppelt schlecht.

Diese Unternehmen solltest Du als Privatanleger meiden!

Welche Eigenschaften können ein Burggraben sein? 

Der theoretische Gedanke ist hiermit abgearbeitet…

Nun kommt jedoch die entscheidende Frage: Wie genau sehen solche Burggräben aus?

Generell lässt sich die Antwort auf eine abschließende Aufzählung runterbrechen. Burggräben sind individuell und können von Unternehmen zu Unternehmen verschieden sein.

Es existieren jedoch einige Eigenschaften, die immer wieder bei sehr erfolgreichen Unternehmen auftreten und es der Konkurrenz nahezu unmöglich machen, diesem Unternehmen gefährlich zu werden.

1. Markennamen

Weltweit bekannte Markennamen können ein unglaublich mächtiger Burggraben sein.

Ein Beispiel: Brausehaltiges Kaltgetränk das glücklich macht…

An welche Marke hast du sofort gedacht?

Wahrscheinlich antworten 95% aller Leser hier mit dem Namen „Coca Cola“.

Auch die Entscheidung im Getränkemarkt wird wahrscheinlich in den meisten Fällen auf diese Marke fallen.

Coca-Cola kennt man eben!

Durch geschickte, jahrelange Werbung sind mit Coca-Cola glückliche Menschen verknüpft, die an einem herrlichen Pool liegen und eine eisgekühlte Coke trinken.

Das Unternehmen Coca-Cola wird aufgrund seiner enormen Markenpopularität also nicht nur deutlich mehr Verkäufe erzielen als die Konkurrenz, sondern kann auch die Preise seiner Produkte höher ansetzen. Auch wenn die Cola 90 Cent mehr kostet als das No-name-Produkt, werden wahrscheinlich die meisten Kunden trotzdem lieber die bekannte Marke kaufen.

Charlie Munger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Berkshire Hathaway und guter Freund von Warren Buffet, nennt im Buch „Charlie Munger – Ich habe dem nichts hinzuzufügen“ ein weiteres Beispiel: See’s Candies.

Die Marke erlangte aufgrund ihrer einzigartigen Verpackung und TV-Spots so große Popularität an der US-Westküste, dass alle anderen Süßigkeiten-Hersteller hier nahezu keine Umsätze erzielten.      

2. Lizenzen und Patente

Kaum ein Burggraben schützt ein Unternehmen so gut wie Lizenzen und Patente. Diese sind quasi als „legales Monopol“ zu bezeichnen.

Insbesondere in der Pharma- und Chemiebranche sind hier sehr starke Burggraben Aktien zu finden.

Die Macht dieses Burggrabens liegt auf der Hand: Gelingt es einem Unternehmen, ein besonders effektives Medikament gegen eine weit verbreitete oder schwer zu bekämpfende Krankheit zu entwickeln und ist dieses durch ein Patent geschützt, ist die Konkurrenz quasi machtlos.

Vorsicht ist hier dennoch geboten: Patente haben keine unbegrenzte Laufzeit!   

3. Netzwerk-Effekte

Die sogenannten Netzwerk-Effekte entstehen bei Unternehmen immer dann, wenn die Nutzerzahl rapide ansteigt und die Produkte und Dienstleistungen dadurch „wertvoller“ werden als die der Konkurrenz.

Hierzu zwei einfache Beispiel:

Beispiel 1: Stelle dir vor, eine Person möchte sich auch endlich in einem sozialen Netzwerk mit Bekannten und Freunden austauschen. Welches Unternehmen würdest Du empfehlen?

Natürlich Facebook!

Beispiel 2: Du benötigst eine neue Kreditkarte. Da du dich vorab informierst, weißt

Du, dass VISA in Deutschland von deutlich mehr Händlern akzeptiert wird als American Express. Die logische Wahl: VISA.

In beiden Fällen ist der Burggraben dem Netzwerk-Effekt geschuldet. Facebook ist schlichtweg das am meisten genutzte soziale Netzwerk, VISA die am häufigsten akzeptierte Kreditkarte in Deutschland.

Der Burggraben wird mit jedem neuen Nutzer bzw. Händler gestärkt, der das Unternehmen nutzt.

4. Größen- und Kostenvorteile

Größen- und Kostenvorteile sind eng miteinander verknüpft und voneinander abhängig.

Ein Burggraben entsteht dann, wenn ein Unternehmen eine Größe erreicht hat, die es ihm ermöglich, Produkte aufgrund der hohen Stückzahl zu einem extrem niedrigen Preis anzuschaffen bzw. herzustellen.

Folglich kann es:

a) Eine höhere Marke aufweisen als die Konkurrenz, wenn es die Produkte zum gleichen Preis verkauft als die Konkurrenz

b) Produkte billiger verkaufen als die Konkurrenz und dadurch deutlich mehr Verkäufe erzielen.

Als Beispiele wären hier Aldi und das amerikanische Pendant Wal-Mart zu nennen. 

5. Langfristige Kundenbindung

Gelingt es einem Unternehmen, neu gewonnene Kunden möglichst lange an das eigene Unternehmen zu binden, kann auch hier ein starker Burggraben entstehen.

Paradebeispiel für einen solchen Burggraben ist der Software-Gigant SAP.

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Hat sich ein Kunde einmal für SAP entschieden, ist es extrem schwierig, wieder auf ein anderes System umzusteigen. Aus diesem Grund verliert SAP nahezu keinen bereits bestehenden Kunden – auch, wenn es die Preise nach oben anpasst. 

Im Idealfall kann ein Unternehmen, das eine langfristige Kundenbindung aufgebaut hat, aus einem großen Repertoire an Zusatz-Artikeln schöpfen, die bei keinem anderen Unternehmen erhältlich sind. Auf diese Weise ist es möglich, den sogenannten „Customer lifetime value“ stetig zu erhöhen. Heißt: Mit einem bereits bestehenden Kunden kann regelmäßig neuer Umsatz generiert werden.

6. Individuelle Burggräben

Wie bereits erwähnt existiert eine Vielzahl an individuellen Burggräben, die speziell für ein einzelnes Unternehmen gelten können, jedoch nirgendwo sonst in der Wirtschaft zu finden sind.

Um Burggräben zu finden, musst du also bei jedem Unternehmen eine Einzelfallprüfung vornehmen.

Die Burggraben-Analyse Checkliste

Burggraben Aktien weisen im Grundsatz immer die gleichen Eigenschaften auf – auch wenn, wie bereits angesprochen, diese Eigenschaft immer individuellen Charakter besitzt.

Der nachfolgende Fragenkatalog soll Dir dabei helfen, eine abschließende und individuelle Burggraben-Analyse durchführen zu können.

1. Besitzt das Unternehmen starke Marken?

Ist es dem Unternehmen gelungen, eine Marke zu erschaffen, die fest in den Köpfen der Bevölkerung verankert ist?

2. Besitzt das Unternehmen Produkte mit hoher geistiger Schöpfungshöhe?

Besitzt das Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen, deren geistige Schöpfungshohe so hoch ist, dass es der Konkurrenz nahezu unmöglich ist, diese zu kopieren? Sind die Produkte im Idealfall durch Lizenzen oder Patente geschützt?

3. Unternehmensgröße und Produktauswahl

Macht allein die Größe eines Unternehmens die Vormachtstellung aus, sodass Kunden in der Regel keine konkurrierenden Unternehmen nutzen werden? Stichwort Amazon.

4. Geht das Unternehmen langfristige Kundenbeziehungen ein?

5. Besitzt das Unternehmen ein großes Filialnetzwerk?

Kann das Unternehmen ein dichtes Filialnetzwerk aufweisen, wodurch es viele Kunden ansprechen und außerdem den Vertrieb optimieren kann?

6. Besitzt das Unternehmen einen günstigen Standort?

Fazit: Suche unbedingt nach Burggräben!

Die Suche nach Burggräben kann ein sehr probates und gutes Mittel sein, um die eigene Rendite langfristig zu verbessern.

Unternehmen mit breiten und massiven Burggräben besitzen in der Regel deutliche Vorteile gegenüber der Konkurrenz, die sich auch in der Entwicklung des Aktienkurses widerspiegelt.

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