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MEINE ERFAHRUNGEN: Deka-ETFs

Depotstudent Dominik
2.1
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Exchange Traded Funds überzeugen immer mehr Anleger aufgrund ihrer Transparenz. Sie sind zudem leicht verständlich und kostengünstig. Mittlerweile werden die Erzeugnisse einiger Anbieter denen der Mitbewerber vorgezogen, weil sie vermeintlich besser sind. Was ist an der Ansicht falsch oder richtig, habe ich mich gefragt und eine kleine Test-Reihe gestartet.

Im nachfolgenden Beitrag berichte ich Dir von meinen Erfahrungen mit DEKA ETFs. Ich habe für den Test keine Indexfonds dieses Anbieters erworben und aufwendig ausprobiert. In dem Fall könnte ich frühestens in einem Jahr eine Bewertung schreiben. Stattdessen dienten mir meine Erfahrungen und im Internet verfügbare Dokumente zur Bildung einer soliden Meinung. Nach der einleitenden Anbieter-Vorstellung mit wichtigen Informationen vergleiche ich die ETFs des Hauses DEKA mit denen der Konkurrenz und zeige Dir, auf was geachtet werden sollte.

Empfehlung: Für a) die meisten Selbstentscheider empfehle ich ETF-Portfolios als hervorragende Möglichkeit zur Geldanlage und für b) Menschen, die eine Finanzberatung wünschen, empfehle ich diesen Erfahrungsbericht zur unabhängigen Finanzberatung von mir.

DEKA: Was steckt dahinter?

Korrekt ausgeschrieben heißt das Unternehmen DEKA Bank Deutsche Girozentrale, ein Kreditinstitut mit Niederlassungen in Frankfurt am Main und Berlin. Das 1999 durch Fusionen etablierte Unternehmen fungiert als das Wertpapierhaus der heimischen Sparkassen-Finanzgruppe. Die Wurzeln des Hauses mit 4.700 Mitarbeitern gehen bis ins Jahr 1918 zurück.

Unter dem Dach der DEKA Bank agiert die Fondsgesellschaft DEKA Investment GmbH, welche sich auf Emission und Verwaltung von börsengehandelten Indexfonds spezialisiert hat.

Bei meinem Test recherchierte ich auf einschlägigen Geldanlageportalen und wurde dort mehrfach mit der Behauptung konfrontiert: DEKA baut ETFs Made in Germany. Meiner Meinung entsprechend mag den Autoren nachfolgendes nicht bekannt sein:

Exchange Traded Funds wurden in den Vereinigten Staaten erfunden. Als Erfinder wird John Bogle, der Gründer von Vanguard gehandelt, obgleich die Idee von einem Harry Markowitz stammt. Es spielt für meinen Test-Bericht keine Rolle, wem die Ehre letztendlich gebührt. Fakt ist aber, dass börsengehandelte Indexfonds eher die Bezeichnung „Made in USA“ tragen sollten, weil Konzept und Regelwerk nun einmal aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten stammen.

Natürlich werden börsengehandelte Indexfonds mittlerweile auch in Europa und sogar in der BRD aufgelegt. Fachleute sprechen hierbei aber von Produkten, die nach amerikanischen Regeln entwickelt ihre Fonds-Domizile in einem europäischen Land haben.

Warum diese Ausführlichkeit? Weil ich nicht den Eindruck aufkommen lassen möchte, dass deutsche ETFs per se besser sind als Exchange Traded Funds von anderswo. Es tut sich niemand einen Gefallen, wenn er einen DEKA ETF dem identischen Produkt von iShares vorzieht. Bei der Auswahl kommt es auf andere Kriterien an wie Name und Fondsdomizil.

Des Weiteren wird behauptet, dass DEKA ETFs für die Anforderungen heimischer Anleger konzipiert wären. Im Detail werden auf mehr Rendite, geringeren Verwaltungsaufwand und die leichter umzusetzende Beratung hingewiesen. Hierzu gibt es Kritik, weil irreführend: Kein Mensch berät Dich beim Erwerb von ETFs. Im Gegenteil, das Erwähnen dieser Anlagevehikel ist nicht selten der Grund für einen Bankmitarbeiter, die Beratung schnell abzubrechen.

Tipp: Um in Aktien oder ETFs zu investieren, benötigst Du ein Wertpapier-Depot. Die besten Anbieter findest Du in der folgenden Übersicht:

Ich empfehle vor allem:

Aber nun genug der Kritik und hin zum …

… ETF Anlageuniversum der DEKA

Das Angebot an börsengehandelten Indexfonds umfasste im Herbst 2020 mehr als 50 ETFs in verschiedenen Anlageklassen.

33 von ihnen sind Aktien ETFs mit einem Gesamtfondsvolumen von mehr als 6,5 Milliarden Euro.

18 ETFs liegen Anleihen-Indizes zugrunde, ihr Volumen beläuft sich auf knapp 2,6 Milliarden Euro.

1 ETF ist dem Thema Geldmarkt gewidmet, seine Fondsgröße liegt aktuell bei 68 Millionen Euro.

Zudem hat DEKA Investment einige Neuauflagen am Markt positioniert. Es handelt sich jedoch um sehr junge ETFs, deren Bewertung in einigen Jahren möglich sein wird.

Unter den 33 Aktien ETFs befindet sich ein Deka DAX UCITS ETF in thesaurierender Ausführung. Er wurde im März 2008 in der BRD aufgelegt und hat mittlerweile eine Fondsgröße von mehr als 1 Milliarde Euro.

Seine TER ist mit 0,15 % p. a. angegeben, die Tracking-Differenz von 0,17 % weist jedoch darauf hin, dass die Gesamtkosten eigentlich etwas zu niedrig sind.

In den letzten 5 Jahren hat der ETF um 23,50 % zugelegt, pro Jahr liegt die Rendite bei durchschnittlich 4,70 %.

Zum Vergleich: iShares Core DAX UCITS ETF (DE)

Der im Dezember 2000 in der BRD aufgelegte ETF ist thesaurierend konzipiert und konnte seit der Auflage gut 6 Milliarden Euro einsammeln. Er bildet seinen Referenzindex vollständig physisch replizierend nach. Seine TER ist mit jährlich 0,16 % beziffert, die Tracking-Differenz mit 0,19 % weist auf versteckte Mehrkosten hin.

Wertentwicklung in den letzten 5 Jahren 19,59 % gleich 3,92 % p. a.

Comstage DAX UCITS ETF

Im August 2008 in Luxemburg aufgelegt, ist dieser ETF ausschüttend konzipiert. Seine Fondsgröße liegt bei 907 Millionen Euro, die Gesamtkostenquote wird mit 0,08 % p. a. angegeben. Die Tracking-Differenz von 0,30 % ist allerdings ein Hinweis dafuer, dass sich der Index besser entwickelt als der ETF.

Seitens der Wertentwicklung in den letzten 5 Jahren sind 18,89 % angegeben, welche in einer durchschnittlichen Jahresrendite von 3,77 % resultieren.

Warum empfinde ich dies als eigenartig? Weil die Wertentwicklung eines ausschüttenden ETF zwangsläufig etwas geringer sein müsste als die eines thesaurierenden Indexfonds. Letztendlich ist es aber so, dass der Anbieter DEKA Investment die Gesamtkosten in den Kurs einarbeitet. Du merkst also nicht, wie hoch die flexible TER jeweils ausfällt.

Am Endergebnis in 20 oder mehr Jahren sollten minimale Unterschiede feststellbar sein.

Zwischenergebnis

Wenn Du einen ETF auf den DAX erwerben willst, bist Du mit dem Anbieter DEKA gut bedient. Warum? Weil bei so einem kleinen Index (30 Positionen) niemand etwas falsch machen kann. Die Aktien der vertretenen Gesellschaften werden im gleichen Ausmaß erworben, wie vom Index vorgegeben. Von der Wertentwicklung des Index werden die ETFs gemäß der Umsetzung des Anbieters unterschiedlich tangiert.

Alle 3 ETFs sind mittlerweile älter als 5 Jahre und haben überdurchschnittlich große Fondsvolumen. Beide Aspekte verhindern die Übernahme des jeweiligen ETF durch einen Mitbewerber.

Deka EURO STOXX 50 UCITS ETF ISIN: DE000ETFL029

Wer in europäische Werte investieren möchte, kann dies bei der DEKA mit einem ETF auf den Euro Stoxx Index aus dem Jahr 2008. Er ist vollständig physisch replizierend, schüttet Erträge regelmäßig aus und hat sein Fondsdomizil in der BRD.

Das Fondsvolumen umfasst 900 Millionen Euro, die Gesamtkostenquote ist mit 0,15 % p. a. beziffert. Nicht angegeben ist zum Zeitpunkt meines Tests die Tracking-Differenz.

Ausschüttungen der letzten Jahre:

2016 – 1,07 Euro.

2017 – 1,17 Euro.

2018 – 1,21 Euro.

2019 – 1,15 Euro.

2020 – wahrscheinlich 0,67 Euro.

Wertentwicklung inklusive Ausschüttung:

In den letzten 5 Jahren hat der ETF um 18,21 % zugelegt oder durchschnittlich 3,64 % p. a.

Zum Vergleich: iShares EURO STOXX 50 UCITS ETF (DE) ISIN: DE0005933956

Die Black Rock Tochter iShares hat den ETF im Dezember 2000 in der BRD aufgelegt. Er repliziert seinen Referenzindex vollständig physisch und schüttet regelmäßig Erträge aus. Mit 5,45 Milliarden Euro Fondsvolumen gehört der ETF zu den Giganten seiner Klasse. Die TER beträgt 0,10 % pro Jahr, Tracking-Differenz ist nicht angegeben.

Ausschüttungen seit 2016:

2016 – 1,09 Euro.

2017 – 1,37 Euro.

2018 – 0,95 Euro.

2019 – 1,07 Euro.

2020 – wahrscheinlich 0,73 Euro.

Wertentwicklung in den letzten 5 Jahren 18,19 %, pro Jahr 3,64 %.

Zwischenergebnis: Die beiden Anlagevehikel stehen sich in nichts nach, lediglich bei den Gesamtkosten hat der iShares ETF die Nase vorn. Dank seiner Größe kann der ETF von iShares die Kosten besser verteilen und senken. Große Fondsvolumen und langjähriges Bestehen verleihen beiden Optionen erstklassige Sicherheit seitens Auflösung oder Fusion.

Deka MSCI World UCITS ETF ISIN: DE000ETFL508

Im September 2018 in der BRD aufgelegt, ist dieser ETF vergleichsweise jung, indes konnte er bereits 421 Millionen Euro einsammeln. Er bildet seinen Referenzindex vollständig physisch replizierend nach und schüttet regelmäßig Erträge aus. Seine Gesamtkostenquote ist mit 0,31 % p. a. beziffert. Die Tracking-Differenz von minus 0,37 % zeigt aber, dass sich der ETF wesentlich besser als sein Index entwickelt.

Ausschüttungen:

2019 – 0,33 Euro.

2020 – wahrscheinlich 0,30 Euro.

Wertentwicklung:

Seit Auflage hat der ETF um 4,28 %zugelegt oder um 2,20 % pro Jahr.

Alternative

iShares Core MSCI World UCITS ETF IE00B4L5Y983

Im September 2009 in Irland aufgelegt, konnte der ETF bislang 22,4 Milliarden Euro einsammeln. Er bildet seinen Referenzindex physisch replizierend mit optimiertem Sampling nach. Das bedeutet: Der Anbieter erwirbt die wesentlichen Bestandteile des Index und lässt kleine Positionen zur Reduzierung der Kosten aus. Erträge werden automatisch wieder angelegt. Die TER ist mit 0,20 % p. a. beziffert, die Tracking-Differenz von 0,08 % weist auf etwas niedrigere Kosten hin.

Wertentwicklung in den letzten 5 Jahren 66,77 %, pro Jahr gut 13 %.

Zum Vergleich

Xtrackers MSCI World UCITS ETF ISIN: IE00BJ0KDQ92

Die Tochter der Deutschen Bank hat den ETF im Juli 2014 in Irland aufgelegt. Er hat eine Fondsgröße von 4,57 Milliarden Euro und legt Erträge jährlich neu an. Die Index-Abbildung erfolgt physisch mit optimiertem Sampling. Als Gesamtkosten sind pro Jahr 0,19 % angegeben. Die Tracking-Differenz von minus 0,11 deutet auf noch niedrigere Kosten hin.

Wertentwicklung innerhalb der letzten 5 Jahre 52,06 %, gleich 10,41 % p. a.

Resümee

Gegenüber der Black Rock TochteriShares und dem Anbieter Xtrackers schneidet die DEKA beim MSCI World ETF sehr schlecht ab. Meinen Erfahrungen entsprechend ist dies jedoch nicht der mangelnden Kompetenz, sondern dem unglücklichen Zeitpunkt der Emission geschuldet. 2018 war für Wertpapiere ein verheerendes Jahr. Bei Interesse sollte die weitere Entwicklung im Auge behalten werden. Auch bei ETFs auf globale Aktienindizes hat iShares die Nase eindeutig vorne.

Ich muss an dieser Stelle etwas Kritik loswerden, aber nicht an der DEKA, sondern an diversen ETF-Portalen im Internet. Die beschreiben zwar jeden ETF ausführlich und leicht verständlich, aber die dargestellte Wertentwicklung ist für Neueinsteiger irreführend und führt zu falschen Entscheidungen.

So sind beispielsweise die langfristigen Wertentwicklungen bei ETFs auf den DAX, Euro Stoxx und MSCI World jeweils identisch dargestellt. Meiner Meinung nach kann dies nicht sein, daher muss Kritik an den Portalen geübt werden.

Mein Fazit

Die DEKA Investment GmbH ist zweifelsohne einer der führenden ETF Anbieter in der BRD. Das Sortiment ist durchdacht, vielseitig und spricht daher Anleger mit den unterschiedlichsten Zielen an. Ich konnte bei meinem Test jedoch keinen markanten Vorsprung dieses Anbieters vor seinen Mitbewerbern feststellen.

Meinen Erfahrungen entsprechend ist die Herkunft eines Emittenten für die Auswahl weitgehend uninteressant. Wichtig ist hingegen, dass der ETF in der BRD zugelassen ist, hier an der Börse gehandelt wird und bei Onlinebrokern sparplanfähig verfügbar ist.

Bei der Auswahl sollte immer die Tracking-Differenz einbezogen werden, weil sie, zusammen mit der TER Aufschluss über die Kosten gibt.

Meine Kritik hierbei: Nur wenige ETF-Portale zeigen im Gratis-Bereich die TD überhaupt an. Daher entgeht unerfahrenen Einsteigern, dass es sich bei der Tracking-Differenz um einen variablen Wert handelt. Natürlich merkt der Emittent spätestens bei der jährlichen Überprüfung, ob sein ETF schlechter als der zugrunde liegende Index läuft und korrigiert beispielsweise durch Veränderung der Gewichtung.

Niedrige Kosten sind ein sinnvolles Entscheidungskriterium, daher bist Du mit einem ETF mit riesigem Fondsvolumen meist bestens bedient. Eine Bewertung meinerseits würde etwa so ausfallen: Nichts gegen die DEKA, aber es gibt gerade bei sinnvoll großen Aktien-ETFs bessere Anbieter.

Dein Depotstudent Dominik

Empfehlung: Für a) die meisten Selbstentscheider empfehle ich ETF-Portfolios als hervorragende Möglichkeit zur Geldanlage und für b) Menschen, die eine Finanzberatung wünschen, empfehle ich diesen Erfahrungsbericht zur unabhängigen Finanzberatung von mir.

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Ein Kommentar

  1. Ich habe mich kürzlich mit der Thematik beschäftigt um etwas für die Kinder langfristig anzusparen. Bin erstmal zu Sparkasse gegangen, weil ich es schon gerne mag einen persönlichen Berater zu haben. Der hat mir natürlich aktive Fonds angeboten und meinte die würden immer besser abschneiden wie Index Fonds. Unter anderem durch Anstöße aus deinem Blog und der Tatsache, dass fast auf allen Finanzseiten (Finanztip, Finanzfluss etc) gerade bei Anlagedauern >10 Jahre (bei uns der Fall) ETFs empfohlen werden, habe ich Kurse verglichen und dem Berater vor die Nase gehalten. Aussage: ich hatte noch keinen Kunden, der sich das so genau angesehen hat. Und es bestätigte sich die Aussage der Finanzseite: kurzfristig können aktive Fonds den Index übertreffen, aber langfristig schafft das praktisch keiner seine höheren Kosten zu kompensieren.

    Ich hatte das Gefühl, dass Deka-ETFs noch relativ neu sind. Daher kann man denke ich einen Langfristigen Vergleich nicht ziehen. Ich habe den MSCI World der Deka seit dessen Auflage (ich glaube 2017/18) gegen den iShares verglichen. Und im gemeinsamen Zeitraum laufen die beiden praktisch genau gleich.

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