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MEINE ERFAHRUNGEN: Index-Rente des Anbieters Condor

Depotstudent Dominik
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Indexpolicen erfreuen sich hierzulande steigender Beliebtheit, weil sie zeitgemäße Sicherheit mit ansprechenden Erträgen kombinieren. Nun birgt aber nicht jede Rentenversicherung mit Indexbeteiligung eine attraktive Rendite-Chance, oft reduzieren horrende Kosten die Erträge. Nicht zuletzt aus diesem Grund unterziehe ich jede Indexpolice einem Test und gebe meine Erfahrungen in einem Artikel wieder.

In diesem Beitrag geht es um meine Meinung zur Condor Index-Rente. Ich habe mir den Versicherer genau angeschaut und das Produkt auf den Prüfstand gestellt. Richtig ist, dass fast jeder Arbeitnehmer dazu gezwungen ist, seine gesetzliche Rente aufzubessern, um der Altersarmut zu entgehen. Fakt ist aber auch, dass nicht jede private Rentenversicherung die Erwartungen erfüllt. Ob sich die Index-Rente von Condor für Dich eignet, erfährst Du beim Weiterlesen.

Zusammenfassung: Ich spreche für diese Rentenversicherung aufgrund von Kosten und Performance keine Empfehlung aus. Für a) die meisten Selbstentscheider empfehle ich ETF-Portfolios als hervorragende Möglichkeit zur Geldanlage und für b) Menschen, die eine Finanzberatung wünschen, empfehle ich diesen Erfahrungsbericht zur unabhängigen Finanzberatung von mir.

Condor Versicherungen Historie

Das Unternehmen Condor wurde 1955 als allgemeine Versicherung AG, Lebensversicherung AG sowie als Transport- und Rückversicherung AG gegründet. Der Hauptsitz befindet sich in der Hansestadt Hamburg. Bis zur Jahrtausendwende kam es zu Umstrukturierungen, Umfirmierungen und der Etablierung von weiteren Branchenbereichen.

Im Jahr 2008 wurde die Condor Versicherungsgruppe vom R+V Konzern aus Wiesbaden übernommen. Ungeachtet dessen werden in Hamburg eigenständige Produkte wie die Index-Rente entwickelt und vertrieben.

Die Webseite des Versicherers ist übersichtlich strukturiert und sehr informativ. Leider gab es für mich beim Erstbesuch bereits Anlass für Kritik. Für die Index-Rente gibt es weder Beschreibungen noch die gesetzlich vorgeschriebenen Basisinformationsblätter. Gerade Letztere sind bei jedem Test überaus wichtig, weil sie aktuelle Daten und Zahlen enthalten.

Die besten Depots (mit fetter Prämie) gibt’s hier:

Die Index-Rente der Condor Versicherungen

Condor hat mit dem Produkt eine Rentenversicherung mit Indexbeteiligung oder Indexpolice am Markt etabliert. Sie ist verfügbar in den Durchführungswegen Privat-Rente, Riester-Rente und Rürup-Rente.

Die Privat-Rente zeichnet sich als sehr flexible Form der Altersvorsorge aus und ist daher eine Option für Leute, die sich weder während der Ansparzeit noch während der Rentenphase festlegen möchten.

Bei der 2002 eingeführten Riester-Rente handelt es sich um eine Zulagenrente, welche die Rentenlücke mithilfe von staatlicher Förderung schließen soll. Interessant ist in diesem Kontext, dass die Rentenlücke 2001 im Rahmen einer Rentenreform entstanden ist und ständig größer wird. Staatliche Förderung in Form von Zulagen für Versicherte und deren Nachwuchs werden von Steuervorteilen begleitet.

Die Rürup-Rente ist für Besserverdiener und Selbstständige als staatlich geförderte Basisrente eine gute Wahl. Sie ermöglicht dem Versicherten den Aufbau einer sicheren monatlichen Rente bei gleichzeitiger Minderung der Steuerlast. Im Gegensatz zur gesetzlichen Rente ist die Rürup-Rentenversicherung eine kapitalgedeckte Option, welche eine lebenslange Rente garantiert.

Von Dir eingezahlte Beiträge garantiert die Condor Versicherung bis zum Ablauf. Durch die Beteiligung am Index Euro Stoxx 50 hast Du eine Chance auf eine lukrative Rendite. Die Garantie seitens der Beiträge finanziert der Versicherer, indem er hohe Monatsrenditen durch einen CAP begrenzt.

Solltest Du die Rentenversicherung mit laufender Beitragszahlung abschließen, sind Index-Renditen mit einem CAP von 3 % behaftet. Möchtest Du mit einer Einmalzahlung einsteigen, musst Du mit einem CAP von 2,25 % leben. Mehr dazu im weiteren Verlauf des Beitrags Test-Erfahrungen mit der Index-Rente von Condor.

Condor Index-Rente Kosten und Co.

Die folgenden Zahlen basieren auf dem Provisionstarif C52 Comfort. In den Vertrag werden 35 Jahre und 9 Monate lang monatlich 150 Euro eingezahlt.

Die Abschlussprovision in Höhe von 1.609,08 Euro belastet den Vertrag in den ersten 69 Monaten.

Zudem fallen jedes Jahr fixe Verwaltungskosten in Höhe von 126 Euro an.

Des Weiteren wird jährlich ein variabler Kosten-Anteil fällig: 0,50 % des Vertragsguthabens.

Zuzahlungen müssen gut überlegt sein, denn Condor behält davon 9,5 % für Kostendeckung ein.

Jeder Rentenbezug kostet 1,5 % des Volumens.

Wird davon ausgegangen, dass der Index 6 % jährlich an Rendite abwirft, betragen die Effektivkosten dieses Mustervertrags 1,09 % p. a.

Condor bietet für die Index-Rente Tarif C52 keinen Nettovertrag respektive Honorarvertrag. Es gibt jedoch Alternativen, welche dank niedriger Kosten deutlich attraktiver sind. Nachfolgend ein Vergleich zwischen der Condor Index-Rente und einer provisionsfreien Alternative:

Abschlusskosten beim Condor Produkt ja, bei der Alternative nein.

Fixe Verwaltungskosten pro Jahr Index-Rente 126 Euro, bei der Alternative 90 Euro.

Variable Verwaltungskosten jeweils 0,50 % des Vertragsguthabens.

Kosten pro Rentenbezug 1,50 % des Volumens bei Index-Rente und Alternative.

Kosten bei Zuzahlung Condor 9,50 %, Alternativprodukt 1,20 %.

Voraussichtliche Wertentwicklung 6 % p. a. bei Condor und Alternativprodukt.

Effektivkosten Condor Index-Rente 1,09 %, bei der Alternative 0,44 %.

Kostenbereinigte Rendite 4,91 % bei der Index-Rente, 5,56 % bei der Alternative.

Garantiertes Kapital jeweils 64.350 Euro.

Garantierte Rente 212,36 Euro pro Monat.

Bei 6 % jährlicher Wertsteigerung mögliche Auszahlung Condor 187.674 Euro, Alternativprodukt 192.044 Euro.

Zwischen der Condor Index-Rente und der provisionsfreien Alternative liegen beim Endergebnis nur gut 4.000 Euro Unterschied. Und dies bei einer Laufzeit von mehr als 30 Jahren. Erschwerend kommt hinzu, dass Condor meinen Erfahrungen entsprechend keinen Nettovertrag anbietet.

Die oben genannten Werte kommen bei einem Vertrag mit laufend entrichteten Beiträgen zusammen. Condor unterscheidet aber zwischen Verträgen mit Einmalzahlungen und Beitragszahlungen seitens der sicheren Verzinsung und der CAP Höhe.

Die Index-Rente mit einmaliger Investition resultiert in einer sicheren Verzinsung von 1,75 % und einer Rendite-Deckelung bei 2,25 %.

Bei laufender Beitragszahlung kommst Du in den Genuss von 2,5 % sicherer Verzinsung und einem CAP von 3 %.

Mir ist nicht klar, warum der Versicherer Unterschiede zwischen Einmalinvestition und Beitragszahlung macht. Ich werde jedoch mit Kritik zurückhaltend sein, denn es könnte Gründe geben, die mir verborgen geblieben sind. Indes ist ein Beitrag zahlender Kunde bei der Condor Index-Rente im Vorteil.

Wissenswertes zur Funktionsweise des Rendite-Deckels CAP

Der Versicherer bestimmt die Indexpartizipation eines Versicherungsjahres wie folgt:

Negative monatliche Wertentwicklungen werden mit den CAP-gedeckelten positiven Wertentwicklungen am Ende des Versicherungsjahres aufgerechnet.

Beispiel 1:

Der Euro Stoxx 50 Index hat ein Jahr mit positiver Wertentwicklung in Höhe von 17,30 % abgeschlossen.

Bei der Index-Rente wurde die Wertentwicklung in 4 Monaten vom CAP begrenzt. Im Ergebnis entstand eine positive Wertentwicklung von gut 11 %, welche dem Vertrag für dieses Indexjahr gutgeschrieben wurde.

Beispiel 2:

Der europäische Index schloss ein Jahr mit negativer Wertentwicklung in Höhe von -11,70 % ab.

Durch den Cap verschlechtert sich das Ergebnis bei der Index-Rente auf -21,50 %. Gleichwohl wird das Vertragsguthaben nicht damit belastet, sondern die Index-Rente schließt das Versicherungsjahr mit einer Rendite von 0,00 % ab. Das positive Ergebnis vom Beispiel 1 wird hingegen übernommen.

Du kannst in einem negativen Szenario lediglich die Überschüsse eines Jahres verlieren, weil alle anderen Gelder von der Condor im Vertragsguthaben gesichert werden.

Wichtig: Die Angaben in beiden Beispielen gelten nur für Verträge mit regelmäßigen Beiträgen.

Für wen eignet sich die Index-Rente der Condor?

Meiner Meinung entsprechend ist die Index-Rente des Versicherers Condor ein Anlageinstrument für weitsichtige Akteure, die Flexibilität ebenso schätzen wie Sicherheit und die Chance auf attraktive Rendite.

Mit etwas Interesse für die Finanzmärkte findet ein Versicherter heraus, ob im kommenden Jahr Aktien und Indizes boomen oder eher negative Entwicklung zeigen. In einem schlechten Börsenjahr wird dementsprechend die sichere Verzinsung mitgenommen. Die Überschussbeteiligung wird in den Index investiert, wenn Anzeichen für eine bevorstehende Hausse sichtbar sind.

Schnell steigende Indizes offerieren investierten Marktteilnehmern Chancen auf außergewöhnlich gute Renditen. Sicherheit bietet die Rentenversicherung mit dem Absichern sämtlicher Erträge im Sicherungsvermögen.

Um in vollem Umfang von den gegebenen Chancen profitieren zu können, sollte ein Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren bestehen. Warum? Weil Indizes sich langfristig in Aufwärtskanälen entwickeln. Je länger eine Indexpolice läuft, desto unempfindlicher ist sie gegen temporäre Kurs-Schwächen.

Ein wenig Kritik muss dann doch sein

Für eine objektive Bewertung müssen Zahlen auf den Tisch. Bei der Index-Rente vom Versicherer Condor fehlen mir vor allem Werte aus der bisherigen Entwicklung. Auf der Webseite des Versicherers wird die Index-Rente mit keinem Wort erwähnt, herunterladbare Produktinformationen sind auch nicht vorhanden.

Natürlich ist mir klar, dass nicht aus Ergebnissen in der Vergangenheit auf die zukünftige Entwicklung geschlossen werden kann. Allerdings lässt sich aus vergangenen Resultaten vorsichtig die weitere Performance ableiten.

Ich will damit sagen, dass keine vormals rentable Rentenversicherung mit Indexbeteiligung von heute auf morgen unattraktiv wird. Mir würden Musterverträge der vergangenen Jahre absolut für den Test-Bericht genügen, und potenzielle Interessenten kämen damit einfacher zu Entscheidungen.

Kritisiert werden können auch die fixen und variablen Verwaltungskosten, beide Positionen sind auf vergleichsweise hohem Niveau. Ein Skandal ist aus meiner Sicht zudem, dass Versicherte, die zuzahlen, mit Kosten von 9,5 % der Summe belastet werden.

Kritik allein bringt jedoch nicht weiter, sinnvoll ist hier ein Vergleich mit einem Produkt, welches mit niedrigen Kosten und dem richtigen Index Mehrwert in Form von Rendite bringt.

Index-Rente versus ETF-Sparplan

Dir mag der Vergleich vielleicht etwas unfair vorkommen, weil die Rentenversicherung mit Indexbeteiligung für die Altersvorsorge und nichts anderes konzipiert ist. Das Geld aus dem ETF-Sparplan hingegen kannst Du nach einigen Jahren für beliebige Zwecke benutzen. Solltest Du damit für Deinen Lebensabend sorgen wollen, ist dauerhaft Disziplin angesagt, denn ein ETF kann jederzeit und schnell verkauft werden.

Hast Du jedoch Dein Ziel im Fokus, profitierst Du von einer leicht verständlichen und attraktiven Geldanlage. Benötigt werden ein ETF auf einen globalen Aktienindex, vorzugsweise den MSCI World, 15 bis 30 Jahre Investitionshorizont und einen Verhaltensplan für turbulente Börsenzeiten.

Im MSCI World Index sind die Aktien von 1.650 mittleren und großen Aktiengesellschaften aus 23 Industriestaaten enthalten. Auf meiner Webseite gibt es ins Detail gehende Informationen über den Klassiker, die hier nicht wiederholt werden können.

Auf den MSCI World gibt es aktuell 18 ETFs mit unterschiedlichen Replikationsarten in ausschüttender Gestaltung und thesaurierender Ausführung. Die Gesamtkostenquoten variieren zwischen 0,15 und 0,45 % p. a. In den letzten 15 Jahren erzielte MSCI World ETF eine durchschnittliche Rendite von 8 % pro Jahr.

Damit sind die Kosten wirklich erschöpft, denn ein Depot ist ebenso kostenfrei einzurichten wie der ETF-Sparplan. Ein Broker, der die Sparraten dauerhaft gebührenfrei ausführt, ist leicht zu finden. Ich empfehle Dir beispielsweise den Newcomer Trade Republic aus Berlin.

Für die nachfolgende Beispielrechnung übernehme ich die Konditionen aus dem Test der Index-Rendite, also 35 Jahre Laufzeit und 150 Euro Monatsrate.

Du zahlst in den ETF-Sparplan ebenso viel ein wie in die Index-Rente der Condor Versicherung, nämlich rund 63.000 Euro.

Dein voraussichtliches Endergebnis unterscheidet sich mit 344.000 Euro aber deutlich von den möglichen 188.000 Euro der Indexpolice.

Kursgewinne und Zinszahlungen in Höhe von 281.000 Euro machen den MSCI World ETF-Sparplan zu einer einmalig attraktiven Geldanlage, welche den Lebensabend mit Komfort anreichert.

Bewertung und Entscheidung

Du kennst jetzt die wesentlichen Fakten der Index-Rente des Versicherers Condor und der Alternative ETF-Sparplan mit dem MSCI World Index. Meinen Test-Erfahrungen entsprechend sind ETF-Sparpläne transparenter, ertragreicher und preiswerter als Indexpolicen. Ich will aber nicht investieren, sondern Du. Daher liegt die ultimative Bewertung ebenso bei Dir wie die finale Entscheidung.

Ich hoffe, dass Du die richtige Wahl triffst und so früh wie möglich mit dem Vermögensaufbau anfängst.

Dein Depotstudent Dominik

Zusammenfassung: Ich spreche für diese Rentenversicherung aufgrund von Kosten und Performance keine Empfehlung aus. Für a) die meisten Selbstentscheider empfehle ich ETF-Portfolios als hervorragende Möglichkeit zur Geldanlage und für b) Menschen, die eine Finanzberatung wünschen, empfehle ich diesen Erfahrungsbericht zur unabhängigen Finanzberatung von mir.

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