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Wertpapiere: Kaufpreis über Verkaufspreis – das musst Du wissen

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Depotstudent Dominik
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Vielleicht wunderst Du Dich, wieso der Kaufpreis immer über dem Verkaufspreis liegt?

Oder Du hast beim Wertpapierkauf eine Warnung bzw. einen Hinweis von Deinem Broker bekommen “Vorsicht: Kaufpreis liegt über Verkaufspreis”.

Bei Trade Republic lautet die Meldung beispielsweise wie folgt:

“Der Kaufpreis dieses Wertpapiers liegt derzeit 1,39 % über dem Verkaufspreis.”

Das kann für alle Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, ETFs und Fonds passieren – genauso bei Edelmetallen und Rohstoffen wie Gold, Silber und Öl. Am Aktienmarkt wird das in der Praxis jedoch am häufigsten von Anlegern beobachtet.

Es spielt dabei auch keine Rolle, ob Du Daytrading betreibst oder langfristiger Investor bist. Die Kurse gelten für jeden und damit gilt auch für jeden, dass der Kaufkurs über dem Verkaufskurs liegt bzw. der Verkaufskurs unter dem Kaufkurs liegt.

Ich möchte Dir in diesem Beitrag erklären:

  • Warum der Kaufpreis immer über dem Verkaufspreis liegt.
  • Was Dein Broker Dir mit der Meldung “Kaufpreis liegt über dem Verkaufspreis” sagen möchte.
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Deshalb liegt der Kaufpreis immer über dem Verkaufspreis

Wenn Du ein Wertpapier kaufst, benötigst Du folgende Parteien:

  • Deinen Broker oder Deine Depotbank.
  • Einen Handelsplatz oder eine Börse.

Der Broker / die Depotbank bringt Deine Order an die Börse. Und die Börse führt Deine Order aus, indem sie Wertpapiere (Aktien, Anleihen, ETFs, Fonds) mit anderen Anlegern tauscht.

… und sowohl Broker als auch Handelsplatz / Börse wollen Geld verdienen.

Der Broker nimmt Gebühren von Dir (z.B. 1 € pro Order) oder bietet seine Dienstleistung kostenlos an und erhält dafür Rückvergütungen von einem Handelsplatz.

Der Handelsplatz oder die Börse verdient das Geld dadurch, dass die Kurse gestellt werden und die Differenz zwischen Verkaufskursen und Kaufkursen einbehalten wird.

Daher liegen Verkaufskurse über Kaufkursen bzw. Kaufpreise unter Verkaufspreisen – sonst könnte der Handelsplatz bzw. die Börse kein Geld verdienen.

So verdient ein Handelsplatz / eine Börse Geld

Der Handelsplatz (der ggfs. Rückvergütungen an den Broker auszahlt) verdient am sogenannten “Spread” Geld. Das ist die Differenz von Kaufkurs und Verkaufskurs.

Der Spread – auch als Bid-Ask-Spread (Geld-Brief-Spanne) bekannt – bezeichnet die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Der Geldkurs wird auch „bid“ und der Briefkurs „ask“ genannt.

Diesen Spread kannst Du beobachten, wenn Du Dir die Kaufkurse und die Verkaufskurse eines Handelsplatzes bzw. einer Börse anschaust – diese Kurse haben eine kleine Differenz.

Solltest Du also (rein theoretisch) im selben Zeitpunkt kaufen und wieder verkaufen, dann würdest Du aufgrund des Spreads einen kleinen Verlust erleiden. So finanziert sich ein Handelsplatz bzw. eine Börse.

Im Folgenden möchte ich Dir zeigen, was ein Broker mit der Meldung “Kaufpreis liegt über Verkaufspreis” meint.

Tipp: Um in Aktien oder ETFs zu investieren, benötigst Du ein Wertpapier-Depot. Die besten Anbieter findest Du in der folgenden Übersicht:

Ich empfehle vor allem:

Meldung vom Broker “Der Kaufpreis liegt über dem Verkaufspreis”

Schauen wir uns die eingangs erwähnte Meldung des Brokers Trade Republic an:

“Der Kaufpreis dieses Wertpapiers liegt derzeit 1,39 % über dem Verkaufspreis.”

Diese Meldung wurde mir angezeigt, als ich die US-Aktie Nasdaq über den Handelsplatz Lang & Schwarz ordern wollte.

Dazu ist wichtig zu wissen:

  • Der Broker zeigt dies nicht an, wenn der Kaufkurs nur geringfügig über dem Verkaufskurs liegt.
  • Der Broker zeigt dies nur an, wenn der Kaufkurs signifikant über dem Verkaufskurs liegt.

Beispiel Nasdaq-Aktie:

  • Verkaufskurs / BID / Geldkurs: 156,50 €
  • Kaufkurs / ASK / Briefkurs: 158,70 €
  • Spread ca. 1,4 %

Beispiel Pepsi-Aktie:

  • Verkaufskurs / BID / Geldkurs: 133,02 €
  • Kaufkurs / ASK / Briefkurs: 133,26 €
  • Spread ca. 0,18 %

Bei Pepsi wurde diese Meldung nicht angezeigt, da die Differenz nicht so groß war.

Gut, dass Trade Republic und andere Broker diesen Hinweis geben. Denn sonst wüsste man nicht, wenn es eine ungünstige Marktsituation für Dich als Anleger gibt.

Weiterhin leitet Trade Republic mich zu dieser Information:

“Was ist ein Spread und wieso ist er manchmal hoch und manchmal niedrig?

Der Spread beschreibt die Differenz zwischen dem Geld- (Bid) und dem Briefkurs (Ask). Man spricht hierbei auch von der „Geld-Brief-Spanne“. Man verkauft zum Geld-Kurs und kauft zum Brief-Kurs. Der Spread ist in der Regel variabel und für jedes Finanzinstrument unterschiedlich. Einige Wertpapiere weisen einen niedrigen, andere dagegen einen sehr hohen Spread auf. Insbesondere wenn eine hohe Liquidität für ein Wertpapier vorherrscht, also viele Marktteilnehmer bereit sind zu kaufen oder zu verkaufen, werden niedrige Spreads beobachtet. Bei weniger liquiden Wertpapieren oder auch in Marktphasen, in denen weniger Marktteilnehmer bereit sind zu handeln, ist der Spread häufig etwas höher.

Für die Preisstellung und damit für die Höhe des Spreads ist der Handelsplatz verantwortlich. Trade Republic hat hierauf keinen Einfluss.”

Aussage von Trade Republic zum Spread

Insgesamt lässt sich festhalten: Wenn Du die Meldung “Der Kaufpreis dieses Wertpapiers liegt derzeit X,XX % über dem Verkaufspreis” erhältst, handelst Du wahrscheinlich a) zu einer ungünstigen Börsenzeit oder b) ein grundsätzlich illiquides Wertpapier mit niedrigen Handelsumsätzen.

So kannst Du einen hohen Spread verhindern

Einen hohen Spread verhinderst Du am einfachsten, wenn Du zu den “besten” Handelszeiten an der Börse aktiv bist. Die besten Handelszeiten sind dabei die Zeiten, zu denen am meisten gehandelt wird.

Wenn wenig gehandelt wird (es wenige Käufer und wenige Verkäufer gibt) sind die Spreads tendenziell höher, als wenn viel gehandelt wird.

Beispiel deutsche Aktien und US-Aktien:

Deutsche Aktien werden in bestimmten Stunden zu deutschen Börsenöffnungszeiten häufig gehandelt. US-Aktien werden in bestimmten Stunden zu US-Handelszeiten häufig gehandelt.

Dazu empfehle ich Dir folgende Artikel:

PS: Wenn Du einen Broker / Handelsplatz findest, bei dem der Kaufpreis unter dem Verkaufspreis bzw. der Kaufkurs unter dem Verkaufskurs ist, lass es mich wissen. Dann machen wir zwei das Geschäft unseres Lebens.

Dein Depotstudent Dominik

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