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ACC und DIST: Bedeutung ETF-Namen und Unterschiede – was ist besser?

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Depotstudent Dominik
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Was bedeuten die Abkürzungen “ACC” und “DIST” bei ETFs? Was sind die Unterschiede sowie die Vorteile und Nachteile von “ACC” und “DIST”?

Und welche Variante solltest Du wählen, wenn Du Dich zwischen ACC-ETFs und DIST-ETFs entscheiden musst? Also zum Beispiel, wenn es den “gleichen” ETF einmal als ACC-Version und einmal als DIST-Version gibt?

Ich zeige es Dir in diesem Artikel!

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Bedeutung von ACC und DIST

Die Abkürzung “ACC” steht für das englische Wort “accumulating” und bedeutet “anhäufend” oder “thesaurierend”. Das bedeutet, dass Dividenden nicht an Dich als Anleger ausgeschüttet werden, sondern automatisch im ETF wiederangelegt werden.

Die Abkürzung “DIST” steht für das englische Wort “distributing” und bedeutet “ausschüttend”. Das bedeutet, dass Dividenden an Dich als Anleger ausgeschüttet werden. Sie werden also nicht automatisch im ETF wiederangelegt.

Zusammenfassend der Unterschied von ACC und DIST bei ETFs:

  • ACC = accumulating = thesaurierend = Dividenden werden im ETF wiederangelegt.
  • DIST = distributing = ausschüttend = Dividenden werden an die Anleger ausgeschüttet.

Verschiedene Unternehmen schütten zu verschiedenen Zeitpunkten im Jahr Dividenden aus. Wenn ein ETF die Aktien verschiedener Unternehmen hält, dann werden die Dividenden an den ETF ausgeschüttet. Genauso, wie Dividenden an Dich ausgeschüttet werden würden, wenn Du selbst die Aktien halten würdest.

Diese Dividenden werden anschließend im ETF gesammelt: Je nachdem, ob der ETF ausschüttend oder thesaurierend ist, geht der ETF dann unterschiedlich mit den Dividenden um.

  • DIST-ETFs (also ausschüttende ETFs) sammeln dabei die Dividenden der Unternehmen und schütten sie z.B. 1 x pro Jahr, 2x pro Jahr oder 4x pro Jahr an die Anleger aus. Das Ausschüttungsintervall ist von ETF zu ETF unterschiedlich.
  • ACC-ETFs (also thesaurierende ETFs) schütten diese Dividenden nicht an die Anleger aus, sondern kaufen mit den Dividenden neue Aktien hinzu.

Der Unterschied von ACC und DIST lautet daher: Die ETFs gehen gegensätzlich mit den Dividenden um, die sie von den Unternehmen erhalten.

Wie diese Thesaurierung (Wiederanlage) im Detail funktioniert und wie sich das auf Aktienzukäufe und den Wertzuwachs im ETF auswirkt, liest Du im folgenden Artikel: So reinvestieren thesaurierende ETFs: Wiederanlage von Gewinnen und Dividenden

Im nächsten Abschnitt möchte ich Dir zeigen:

  • Was ist besser? ACC oder DIST?
  • Und in welchen Situationen solltest Du Dich für welchen ETF entscheiden?

Tipp: Um in Aktien oder ETFs zu investieren, benötigst Du ein Wertpapier-Depot. Die besten Anbieter findest Du in der folgenden Übersicht:

Ich empfehle vor allem:

ETF: ACC vs. DIST – Was ist besser?

Ein “besser oder schlechter” kann bei der Entscheidung “DIST vs. ACC” nicht verallgemeinert werden: Denn es kommt immer auf Deine individuelle Situation an. Also zum Beispiel Deine steuerliche Situation und Deine persönlichen Ziele mit ETFs.

Aus steuerlicher Perspektive solltest Du auf ausschüttende ETFs setzen, bis der Sparerpauschbetrag ausgeschöpft ist. Erst wenn das der Fall ist, sollte auf thesaurierende ETFs gesetzt werden.

Deine persönlichen Ziele mit ETFs sind aber auch entscheidend:

Möchtest Du z.B. Teile deiner Lebenshaltungskosten mit den Ausschüttungen aus ETFs bestreiten? Ist Dein Ziel dabei zum Beispiel, dass Du monatlich 100 € mehr zur Verfügung hast um einen Anteil an Lebensmitteln oder anderen Ausgaben abdecken zu können?

Oder möchtest Du Dich selbst motivieren, mehr zu investieren? Und das funktioniert für Dich gut, wenn Du auf ausschüttende Produkte setzt, da diese Dir einen größeren Ansporn geben?

Dann sind ausschüttende ETFs wohl die richtige Wahl für Dich.

Oder denkst Du etwas anders? Bist Du vielleicht “zu faul” die Ausschüttungen eines DIST-ETFs selbst wiederanzulegen? Und Du möchtest Dir keine Gedanken machen, was mit dem Geld passieren soll, wenn Dividenden auf Deinem Konto landen?

Dann sind wohl thesaurierende ETFs passender.

Den berühmt berüchtigten Zinseszinseffekt gibt es übrigens sowohl bei ausschüttenden als auch bei thesaurierenden ETFs, wie Du im Folgenden Artikel nachlesen kannst: Zinseszinseffekt bei ETFs: So funktioniert er bei ausschüttenden und thesaurierenden ETFs

Diese Entscheidung zwischen ACC und DIST kann zum Beispiel bei folgenden ETFs relevant sein.

Beispiele für ACC-ETFs und DIST-ETFs

Die zwei Varianten des iShares MSCI World ETFs:

  • iShares MSCI World UCITS ETF (Dist)
  • iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc)

Die zwei Varianten des iShares Emerging Markets ETFs:

  • iShares MSCI Emerging Markets UCITS ETF (Dist)
  • iShares MSCI Emerging Markets UCITS ETF (Acc)

Die zwei Varianten des Vanguard FTSE All-Word ETFs:

  • Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD) Distributing
  • Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD) Accumulating

Wichtig zu beachten beim Unterschied von DIST und ACC sind dabei die Kosten: DIST-ETFs sind häufiger etwas teurer als ACC-ETFs. So z.B. bei den oben genannten ETFs:
– MSCI World DIST (0,50 % TER) und MSCI World ACC (0,20 % TER)
– MSCI EM DIST (0,18 % TER) und MSCI EM ACC (0,08 % TER)
– Vanguard FTSE All-World DIST (0,22 % TER) und Vanguard FTSE All-World ACC (0,22 %)

Die beiden Aspekte “Steuer” und “persönliche Ziele” sowie die Vorteile und Nachteile möchte ich Dir im Folgenden etwas genauer aufzeigen.

Steuer-Vergleich: ACC vs. DIST

In diesem Abschnitt zeige ich Dir, bis zu welchem Punkt Du ausschüttende ETFs bevorzugen solltest, wenn Du steuerlich optimal aufgestellt sein möchtest.

Jeder Mensch in Deutschland hat einen Freibetrag für Kapitalerträge: Den sogenannten Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 €.

Damit dieser Sparerpauschbetrag von der Bank berücksichtigt wird, musst Du einen sog. Freistellungsauftrag an Deinen Broker oder Deine Depotbank stellen.

Der Freistellungsauftrag kann dabei eine maximale Höhe von 801 € pro Person haben. Die 801 € sind nämlich genau der Freibetrag für Kapitalerträge pro Person.

Wann ist der Freibetrag für Kapitalerträge ungefähr aufgebraucht, wenn Du keine ETF-Anteile verkaufst und Dein ETF-Depot einfach hältst?

  • Bei einem ausschüttenden ETF-Depot mit 2 % Ausschüttungen: Ca. 60.000 € im Depot.
  • Bei einem thesaurierenden ETF-Depot also ohne Ausschüttungen: Praktisch nie.

Hintergrund der Berechnung:
a) Ausschüttend: Wenn ein ETF-Depot von 60.000 € eine Ausschüttungsrendite von 2,0 % hat, werden 1.200 € ausgeschüttet. Davon unterliegen 30 % der sogenannten Teilfreistellung von Aktien-ETFs. Das bedeutet, dass die anderen 70 % versteuert werden müssen. 70 % von 1.200 € = 840 €. Damit ist der Freibetrag aufgebraucht und die restlichen 39 € (840 € – 801 € = 39 €) müssen mit etwa 25 % Kapitalertragsteuer versteuert werden. Deine Steuerlast: 9,75 € – diese wird automatisch von Deiner Depotbank an das Finanzamt abgeführt.
b) Thesaurierend: Es wird lediglich die sogenannte Vorabpauschale jährlich besteuert, sofern Dein ETF eine positive Wertentwicklung hatte. Diese Pauschale ist aber so gering, dass Dein Freibetrag dadurch praktisch nicht ausgeschöpft werden kann.

Zwischenfazit zur Steuer beim Vergleich ACC-ETF vs. DIST-ETF: Wer steuerlich optimal aufgestellt sein möchte, investiert zunächst in ausschüttende DIST-ETFs bis der Sparerpauschbetrag ausgeschöpft ist. Bei 2 % Ausschüttungsrendite entspricht das in etwa 60.000 € Depotwert.

Persönlicher Vergleich: ACC vs. DIST

Wie sieht es mit Deinen persönlichen Zielen aus? Was ist Dir wichtig bei Deinem Investment in ETFs?

  • Thesaurierende ACC-ETFs kann man gewissermaßen als “Sparbüchse” (mit Wertentwicklung) bezeichnen.
  • Ausschüttende DIST-ETFs liefern regelmäßige Erträge und sind damit eine Quelle von passivem Einkommen.

Diese Vorteile und Nachteile bezogen auf Dein persönliches Leben zeige ich Dir in den folgenden Abschnitten etwas genauer auf.

Tipp: Um in Aktien oder ETFs zu investieren, benötigst Du ein Wertpapier-Depot. Die besten Anbieter findest Du in der folgenden Übersicht:

Ich empfehle vor allem:

ACC-ETFs: Thesaurierende ETFs als Sparbüchse

Einzahlen, einzahlen und nochmal einzahlen: Das beschreibt einen thesaurierenden ACC-ETF recht gut.

Alle Dividenden werden wiederangelegt und Du erhältst keine Auszahlungen aus Deinem Investment.

Dafür ist die Wertentwicklung im ETF-Depot selbst größer als bei ausschüttenden ETFs: Denn durch die automatische Wiederanlage der Dividenden landet das Geld automatisch wieder im ETF-Portfolio.

DIST-ETFs: Ausschüttende ETFs als passive Einkommensquelle

Regelmäßige Erträge mit ausschüttenden ETFs zu erhalten, ist durchaus realistisch.

Selbst mit einem recht kleinen ETF-Portfolio von 100 € oder 1.000 € kannst Du Dich über regelmäßige Ausschüttungen freuen.

Wie groß das ETF-Portfolio für bestimmte Ausschüttungen sein muss, zeige ich Dir im Folgenden:

Was lässt sich zum Beispiel mit einer Dividendenrendite von 3 % anfangen? Wie viel Vermögen benötigt man für eine bestimmte Ausschüttung?

Zur Bestimmung von Vermögen und ausgeschütteter Dividende hilft Dir folgende Tabelle:

VermögenDividende pro JahrDividende pro Monat
10.000 €300 €25 €
50.000 €1.500 €125 €
100.000 €3.000 €250 €
500.000 €15.000 €1.250 €
1.000.000 €30.000 €2.500 €
5.000.000 €150.000 €12.500 €

Hinweis: Die Ausschüttungen sind ohne Berücksichtigung der Kapitalertragsteuer und Teilfreistellung. Sonst müsste man etwa 2,5 % Ausschüttungsrendite annehmen.

Diese Zahlen können entweder sehr motivierend oder aber auch sehr ernüchternd sein. Welche Meinung hast Du dazu?

Mit einer Million werden sich viele als finanziell frei sehen. Aber auch 10.000 € oder 20.000 € in einem Dividenden-ETF bewirken, dass immerhin regelmäßig ein Einkauf bezahlt ist oder der Partner / die Partnerin zum Essen ausgeführt werden kann. Und zwar ohne dass die Substanz des Depots angerührt wird.

Wenn eine Dividendenrendite von 3 % interessant für Dich klingt, dann lies gerne meinen Erfahrungsbericht zum Vanguard Dividenden-ETF mit 3 % Ausschüttungsrendite.

Fazit: Bedeutung und Unterschiede von ACC und DIST

Ich hoffe, das die Bedeutung von ACC und die Bedeutung von DIST klar geworden ist.

Die Entscheidung zwischen ACC und DIST ist nicht einfach! Und so kann es auch keine allgemeingültige Antwort auf “ACC vs. DIST” geben.

Wichtig ist, dass Du die Unterscheidung zwischen thesaurierenden ACC-ETFs und ausschüttenden DIST-ETFs verstehst und die Vorteile und Nachteile klar sind.

Und wenn Du Dir trotzdem nicht sicher bist, welchen ETF zu wählen sollst, kannst Du auch einfach sowohl die ACC-Version als auch die DIST-Version in Dein Depot nehmen.

Dann führst Du das eine Weile so fort und machst Deine Erfahrungen mit den beiden ETF-Varianten.

Und wenn Du Dir mit der Zeit sicherer bist, welche Variante mehr zu Deinen Zielen und Investment-Stil passt, dann kannst Du den Fokus auf den favorisierten ETF legen.

Es ist also keine Entscheidung, die für Deine gesamte Zukunft getroffen werden muss! Du kannst immer noch nachjustieren.

Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem Artikel weiterhelfen!

Dein Depotstudent Dominik

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