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Die Scheiße mit der Karriere im Konzern

Mittelfinger Schnee Frau

In jungen Jahren träumt irgendwie fast jeder davon, mal groß rauszukommen.

„Boah Digger, wie geil wäre es, wenn ich mal Vorstand vom Daimler werden würde.“

Viel Geld, teure Autos. Und wo macht man Karriere? DB? Axa? VW? Hella? Bayer?

Egal, Hauptsache Asche?

Was für den ein oder anderen wie die Erfüllung der kühnsten Träume klingen mag, ist für gewisse Menschen (teils traurige) Realität. Wie zum Beispiel für unseren traurig erfolgreichen Softwareentwickler, den ich nachher noch vorstellen werde.

Der Konzern

  • ein Ort, an dem statt Sinnhaftigkeit und persönlicher Entfaltung plötzlich innere Leere und Motivationslosigkeit Platz haben?
  • Ein Ort, an dem Träume platzen? An dem hoffnungsvolle Träumereien der bitteren Realität weichen müssen?

Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung

Es gibt im Leben eine gewisse Anzahl an Fragen, die man für sich selbst beantworten muss!

Und damit meine ich, dass man es wirklich muss! Sonst existiert man so vor sich hin, geht jeden Tag ins Büro, weil es irgendwie alle machen und hat keinen Plan, was man möchte und was nicht. 🙂

Eine dieser entscheidenden Fragen des Lebens lautet:

Karriere (im Konzern) oder keine Karriere (im Konzern)?

Diese Frage beantwortet man nicht mal eben in der Mittagspause. Dazu braucht es Anregungen. Am besten Anregungen, die nicht auf Sat.1 oder PRO7 laufen. Und nein, diese Anregungen gibt es auch nicht in der Tagesschau.

Wenn Du wirklich Antworten finden möchtest, lege ich Dir ein sehr erkenntnisreiches Buch ans Herz (Link führt direkt zu Amazon).

Wer weder das Ziel hat, Karriere zu machen, noch davon überzeugt ist, keine Karriere zu machen, wird wohl eher etwas unglücklich und verwirrt durchs Leben irren statt zufrieden und selbstbestimmt zu leben.

Das hört sich erst mal traurig an. Es zeigt aber, dass Du es offensichtlich selbst in der Hand hast, Dir Deiner Prioritäten im Leben bewusst zu werden.

Und jetzt zeige ich Dir, warum Karriere machen im Konzern so oft nicht klappt. Und auch, dass man sich dagegen wehren kann.

Die ersten zehn Jahre entscheiden alles!

Laut diesem Artikel gilt: Nach dem Berufseinstieg heißt es Vollgas geben. Unverzüglich. Sich kontinuierlich weiterentwickeln. Herausforderungen positiv gegenüberstehen und meistern. Keine Angst vor dem Scheitern haben und auf die Zähne beißen. Networking, Small Talk in der Kantine, ein Bier nach der Arbeit – auch das kann nötig sein.

Und damit sollte man unbedingt sofort anfangen. Nicht erst in fünf Jahren. Die Tage sind gezählt bis die Chancen auf eine Karriere im Konzern in den Keller gehen.

Eine gewisse Jutta Boenig (Karriereberaterin und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung) meint zu diesem Thema: „Wer mit 35 Jahren noch Projektleiter ist, bringt es wahrscheinlich nicht mehr zum Vorstandschef“.

Die Hauptaussage lautet damit: Wer mit 35 noch keine Karriere gemacht hat, kann es eigentlich gleich lassen.

Na sowas Blödes aber auch…

Wenn Du schön Karriere machen willst und zum Beispiel tickst wie einer meiner Kollegen (siehe Alter, ich will einen Maybach), solltest Du dich jedenfalls ranhalten! 🙂

Bitte öfter mal die Position wechseln!

Spätestens alle drei bis vier Jahre sollte man schauen, dass man eine neue Herausforderung bekommt. Und zwar eine richtige Herausforderung. Sonst ist nix mit Karriere im Konzern.

Gut, es kann passieren, dass in der eigenen Firma einfach nichts geht. Keine Dynamik. Keine Aufstiegschancen.

  • Und das, obwohl man sich doch immer so bemüht hat und täglich seine Schokoladenseite zeigte.
  • Obwohl man so gut mit den Führungskräften auskam und sich wunderbare Chancen ausgemalt hat.
  • Obwohl man unbezahlte Überstunden gemacht und die Projekte gerockt hat.

Nur: Irgendwie interessiert das jetzt keinen mehr.

Die Erkenntnis tut weh, aber Karriere ist wohl nicht. Zumindest nicht im Unternehmen, in dem man momentan angestellt ist.

Na dann, schleunigst wechseln bitte! Denn wie gesagt: Die Tage sind gezählt.

Interessant ist dabei auch folgende Aussage: „Wer nach oben will, wählt den Mittelstand.“ Wer im Konzern nicht weiterkommt mit der Karriere, könnte es also durchaus mal bei einem mittelständischen Unternehmen versuchen.

Du willst reich werden?

Reich mit Konzernkarriere? Gar nicht so leicht. Selbst wenn Du Karriere machst, handelt es sich in den wenigsten Fällen um ein Gehalt, das Du bei einem wirklich reichen Menschen erwarten würdest – sagt der Spiegel.

Zumindest die jährliche Million sei kaum zu machen.

Gut, die braucht auch nicht jeder. Aber selbst nach einem rasanten Aufstieg über Stellen als Teamleiter, Abteilungsleiter und Bereichsleiter – und damit direkt unter die Vorstandsebene – verdient man nicht das ganz große Geld.

“[…] die meisten Mittelmanager liegen zwischen 100.000 und 400.000 Euro”, so Martin Hofferberth (Vergütungsexperte bei Towers Perrin).

Was macht man dann denn nur? Allein der Aufstieg in diese Bereiche ist statistisch gesehen höchst unwahrscheinlich. Und nicht mal dann ist man wirklich einkommensstark??

In der heutigen Zeit wird Unternehmertum von vielen als Erfolgsrezept Nummer 1 gesehen.

Zumindest, wenn es ums Gehalt geht. Nie war es so einfach, ein Unternehmen mit wenig oder mit leicht zu beschaffendem Startkapital zu gründen und das Ding durch die Decke gehen zu lassen. So der allgemeine Konsens.

Und deshalb fragen sich viele junge Menschen wohl zurecht:

Konzernkarriere oder darf es vielleicht doch lieber eine Prise Unternehmertum sein?

Sehr interessant auch, dass man laut Dr. Dr. Rainer Zitelmann einen “gewissen Stallgeruch” mitbringen sollte, wenn man an die Spitze von großen Unternehmen kommen möchte. Tja, blöd für alle High Potentials, die diesen Stallgeruch nicht haben.

Die meisten meinen es einfach nicht ernst genug mit der Karriere

Wer ehrlich mit sich selbst ist, wird schnell erkennen, ob er es wirklich ernst meint mit der Konzernkarriere.

Die schlechte Nachricht ist: Wenn Du es nicht wirklich ernst meinst, wirst Du wahrscheinlich auch nicht viel reißen.

Man kann nicht erwarten, dass man von alleine aufsteigt, wenn es andere gibt, die nur den beruflichen Aufstieg im Sinn haben und täglich darauf hinarbeiten.

Von nichts kommt nichts.

Wer beruflich aufsteigen will, muss dafür sorgen, dass das dann auch passiert. Da kann man sich nicht einfach so im ach so gemütlichen Strom der Masse mittreiben lassen. Wer macht denn Karriere? Die Masse sicher nicht.

Wie soll man also Karriere machen, wenn man sich wie die Masse verhält?

Die Masse macht Kinder, nimmt berufliche Auszeiten, guckt 15x am Tag (oder in der Stunde? Bitte? Was höre ich da? In der Minute??) auf die Uhr, liebt die 35-Stunden-Woche und den herrlich seichten Spielfilm am Abend.

Warum werden die meisten Leute keine erfolgreichen Unternehmer?

Weil sie Angestellte sind, die Angestelltensachen machen, kein Unternehmen gründen, das sie nach und nach aufbauen und dieses demnach auch niemals erfolgreich betreiben. Sie haben nicht gezielt darauf hingearbeitet.

Warum werden die meisten Leute keine erfolgreichen Manager in einem Konzern?

Weil sie ganz normale Angestelltensachen wie all die anderen ganz normalen Angestellten machen und nicht gezielt auf ihre Karriere hinarbeiten.

Was soll man also um Himmels Willen nur tun? Keine Kinder machen? Wie ein Manager denken? Muss der Spielfilm am Abend weichen, da man Überstunden machen sollte, um weiterzukommen? Überstunden, die vielleicht nicht bezahlt werden? Wieso sollte ich das tun? Ich habe immer noch das Risiko, beruflich nicht aufzusteigen.

Fragen über Fragen. Und doch ist immer noch nicht beantwortet, ob man überhaupt Karriere machen sollte.

Der traurig erfolgreiche Softwareentwickler

Ein kleines Beispiel, das die bittere Seite einer Beförderung etwas veranschaulicht:

Ein junger Softwareentwickler hat Spaß an seiner Arbeit und kommt super mit den Kollegen zurecht. Engagement und Motivation zeichnen ihn aus. Seine Arbeit macht ihm richtig Bock, er leistet deshalb viel und das fällt positiv auf. Er wird eines schönen (und irgendwie tragischen) Tages befördert.

Früher: Leidenschaftliches Programmieren und aufregendes Tüfteln.

Heute: Sorge dafür tragen, dass die Abteilung im Konzern Kennzahlen erfüllt und Budgets einhält.

Schöne Scheiße.

Bezahlung und Prestige super, Spaß an der Arbeit: Fehlanzeige.

Wegen des sozialen Drucks und des eigenen Geltungsdrangs hat er einen Job aufgegeben, den er geliebt hat. Und ich glaube, das kommt öfter vor, als Gemeinhin angenommen wird.

Chef sein macht einsam

Die Einsamkeit an der Spitze. Egal, ob Du an der Spitze eines kleinen Unternehmens oder der Vorstand eines riesigen Konzerns höchstpersönlich bist.

Einigen wenigen mag es gelingen. Doch der Großteil schafft es nicht, (berufliche) freundschaftliche Verhältnisse aufrechtzuerhalten, wenn es eine Beförderung gibt.

Die Mitarbeiter sitzen im Pausenraum und amüsieren sich köstlich. Früher saß der Softwareentwickler dort zusammen mit ihnen. Sie haben den letzten Schwachsinn geredet und gelacht, was das Zeug hält. Jetzt machen sie das immer noch, aber ohne ihn. Wenn er den Raum betritt, verstummen die Gespräche. Führungskräfte essen allein. Und private Veranstaltungen mit den ehemaligen Kollegen gibt es seither auch nicht mehr.

Neid? Vielleicht. Aber ist auch egal, er hätte ja sowieso keine Zeit. Arbeit und so.

So. Und wer genau macht jetzt Karriere?

Es sind gar nicht die Leistungsträger, es sind die Networker.

„Die oberen 25 Prozent der Führungskräfte bei Karriere und die Top 25 Prozent der Führungskräfte bei Leistung überlappen kaum. Es gibt fast keine Personen, die beiden Gruppen gleichzeitig angehören; Karriere machen also nicht die Leistungsträger.“

Ein Leistungsträger kümmert sich vor allem um eines. Um Leistung.

Diejenigen, die Karriere machen, kümmern sich um Networking. Kontakte sind alles. Vitamin B hilft, die Karriere groß und stark werden zu lassen.

Zugegeben: Viele Leistungsträger möchten auch gar nicht unbedingt Karriere machen. Sie sind glücklich mit ihrem Job. Möchten lieber Tüfteln als Führen. Lieber Entwickeln als Repräsentieren.

Wie so oft geht es im Leben um Prioritäten. Wer falsch priorisiert, wird nicht glücklich. Wer richtig priorisiert, hat Zeit für Dinge, die für einen selbst wirklich entscheidend sind.

Was willst Du?

Ich lege Dir wirklich nahe, ein gutes Buch dazu zu lesen und Dich ein bisschen mit dem Thema zu beschäftigen. Wenn Du genau weißt, was Du im Leben möchtest: Passt, Du hast es geschafft. Wenn Du aber auch nur den geringsten Zweifel hast, ob Du wirklich das willst, wo es bei Dir im Leben gerade hin geht:

Lies. Mach Dir Deine Gedanken und lebe Dein Leben, wie Du es möchtest.

Dein Depotstudent Dominik

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2 Kommentare

  1. Moin , schöner Beitrag,
    Jetzt mal so aus unserem Leben gegriffen:
    Wenn jemand Karriere machen möchte, sollte die Persönlichkeit nicht nach dem nächster K.arriereschritt Ausschau halten, sondern nach dem übernächsten ( Frage, was kommt danach ? Siehe Programmiererbeispiel)
    Vergessen sollte man auch nicht das Ausland! Auslandsaufenthalt ( und damit das networking ) wirkt sich immer besser aus,als der „örtliche“ Aufstieg.
    Ab ein gewisses Alter, so haben wir es gehändelt, ist der Schritt zurück in die zweite Reihe durchaus sinnvoll. Mit der gemachten Erfahrung ist das Leben dort um einiges ruhiger,das reale Netzwerk ist gut ( z.B. Informationen aus dem eigenen Hause ) zu nutzen und mit dem Erfolg kommt auch dort ein Verdienst der durchaus okay ist.
    Fazit: Karriere bedeutet wohl für jede Person etwas anderes. Wichtig ist aber,das man sich in seiner Position auch wohl fühlt. Nur zu oft habe ich erlebt, das bei meinen Gesprächspartner sich ellenlange Titel ( je länger der Titel, desto geringer die Entscheidungsfreundlichkeit ! ) auf der Visitenkarte befanden,man ziemlich arrogant behandelt worden ist und dennoch wusste ich, „ Freundchen, wir sehen uns in diesem Leben durchaus zweimal“ und so ist es auch oft gekommen.
    Heute , über das Ziel der Karrierefindung sind wir hinaus, muss ich schon so manches mal schmunzeln, wenn ich von Kollegen als Wettbewerb für gewisse Positionen angesehen werde. Ich erkläre das dann ganz ruhig, das er mit meiner Unterstützung rechnen darf und nicht mit Wettbewerb.
    Und wie schrieb Nico vom Finanzglück mal so schön: „ Wenn es mir zu blöd wird,gehe ich einfach nicht mehr hin“. Solch eine selbstsichere Aussage kann auch ohne grosse Karriere funktionieren und ist mehr wert als irgendeine toller Titel auf der Visitenkarte.

    Mit freundlichen Grüßen
    Plutusandme

    P.S. tschuldigung, ist etwas länger geworden.

  2. Hi Dominik,
    ich habe auch den Eindruck, dass Leistungsträger und Karriere als disziplinarische Führungskraft auf hoher Ebene sich schwer vereinbaren lassen. Letztere investieren trotzdem viel Zeit & Energie – aber es ist selten, dass diese vorher 5-10 Jahre im Projektgeschäft unterwegs waren. Wer in meiner Firma hoch hinaus will, schafft das am besten als Assistenz der Geschäftsführung mit Mitte 20 und geht dann auch mal ins Ausland. Bei Teamleiter sind Projekterfahrung und lange Betriebszugehörigkeit wieder wichtig. Aber wie du schreibst, muss man sich gut überlegen, ob man überhaupt Karriere machen will. Ich persönlich möchte nicht ins Ausland und will nicht ständig auf Dienstreisen sein. Ich teile mir meine Zeit lieber selbst ein. Je höher man kommt, desto negativer werden die Themen (Eskalationen, Kostendruck etc.) und wie du sagst, wird man ggf. notgedrungen zum Einzelkämpfer.

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