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Fazit: Ich kaufe ETFs auf Kredit

Junge Leiter Himmel
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Ein Kommentar von Jörg zu meinem Vorhaben, auf Kredit zu investieren:

„Unseren Kindern schlage ich das aber nicht vor, die sollen erstmal flexibel bleiben und endlich Enkel liefern.😉 Aber so ein eingefleischter Junggeselle wie Du? Der sich auf Risiko, Geld & Karriere statt Enkel fokussiert?“

Da ich (zumindest wissentlich) auch in der Zwischenzeit keine Enkel geliefert habe, soll es heute wieder um den Wertpapierkauf auf Kredit gehen.

Siehe: Artikelserie ETFs auf Kredit

Dabei möchte ich festhalten, dass Dr. Gerd Kommer und der Finanzwesir Albert Warnecke bestimmt stolz auf mich wÀren.

Ich meine: 70 % MSCI World und 30 % MSCI Emerging Markets. Hallo? Passives Investment mit ETFs! Der kleine Kredit hin oder her. Der sĂŒĂŸe Kleine tut doch niemandem was zuleide!

Offensichtlich feiere ich dieses einfache (fast schon stupide) Investieren in marktbreite ETFs ja dermaßen ab, dass ich sogar gewillt bin, dafĂŒr einen Kredit aufzunehmen.

Also Herr Dr. Kommer, Herr Warnecke, wo bleibt der wohlverdiente Applaus?

Wenn Du Dein Depot ĂŒber folgenden Link zu DEGIRO (hier der Link*) eröffnest, bekomme ich eine kleine Provision. Du hast natĂŒrlich keine Extrakosten! Den Link sieht man allerdings nicht mit AdBlocker. 🙂

Der Kredit lÀuft

Jetzt gibt es endlich was zum Gucken. So sieht das Ganze momentan im DEGIRO Depot aus:

Kontoguthaben degiro

Ein Kontoguthaben, das geringer ist als der Portfoliowert. Habe ich dem Teufel meine Seele verkauft? Wurde ich von der dunklen Seite bekehrt? Das ist erst mal nicht auszuschließen. Aber die Mathematik beim Investieren auf Kredit spricht fĂŒr sich.

Bis vor wenigen Monaten hatte ich nur mein Studenten Depot, das auch weiterhin so bestehen bleibt. Ich werde dort kein Geld mehr investieren, es aber auch nicht auf einen anderen Anbieter ĂŒbertragen. Ich lasse es einfach laufen, bespare aber lediglich das gehebelte Depot. So sieht das aus:

Finanzrahmen degiro

Eine detaillierte ErklĂ€rung zu dieser Grafik gibt es hier: Debit Geld und Finanzrahmen DEGIRO – so funktioniert‘s!

Im Moment sind es also erst knapp 800 € Wertpapierkredit.

Es lĂ€sst sich festhalten: 781,85 € / 5.193,34 € = 15,05 %

Ich beleihe somit nur ca. 15 % meines Depots.

“Wieso denn nur 15 %, du Schisser?”

Guckst Du hier: Aktien kaufen mit Wertpapierkredit – ich bin nicht irre!

Mein ETF-Portfolio hat ein von DEGIRO definiertes Risiko von 35 % (1.817,66 € / 5.193,34 €).

Ein Risiko von 35 % bedeutet eine Beleihungsgrenze von 65 %, denn:

Portfoliorisiko + Beleihungsgrenze = 100 %

LiquiditÀtsprobleme

Kenn ich nicht.

Ich zahle 1,25 % Zinsen auf den Kredit (also auf ca. 15 % des Portfoliowertes) und bekomme etwa 1,5 % AusschĂŒttungen auf das Gesamtportfolio (also 100 %).

Ist natĂŒrlich schon mal Spitzenklasse, dass ich allein fĂŒr den gehebelten Teil mehr AusschĂŒttungen bekomme als ich Zinsen bezahle. Auf das Gesamtdepot bezogen sieht es trotzdem nochmal besser aus!

Bedeutet:

Negativer Cash-Flow von 0,1875 % (1,25 % * 15 %) des Portfoliowertes.

Positiver Cash-Flow von 1,5 % (1,5 % * 100 %) des Portfoliowertes.

Was bedeutet das?

1,5 % / 0,1875 % = 8

Beispiel a) Meine AusschĂŒttungen dĂŒrften bei gleichem Zinssatz um den Faktor 8 geringer ausfallen und ich könnte die Zinsen immer noch allein aus dem Depot bedienen.

Beispiel b) Der Zinssatz dĂŒrfte um den Faktor 8 steigen und ich könnte die Zinsen immer noch allein aus dem Depot bedienen.

Beispiel c) Die AusschĂŒttungen dĂŒrften halbiert werden und die Zinsen um den Faktor 4 steigen und ich könnte die Zinsen immer noch allein aus dem Depot bedienen.

Alles kein Problem. Das Portfolio zahlt sich selbst ab. So ein kleines bisschen herrlich ist das ja schon.

Ich haue jeden Monat Geld ins Depot und erhöhe Monat fĂŒr Monat den Kredit von DEGIRO. Dabei bleibe ich stur bei meinen 15 % Fremdkapital und alles ist gut.

Einzige Regel daher: Den Anteil an Fremdkapital nicht ĂŒbertreiben, bitte! 😉

Hilfreiche Tools dazu:

Ultimative Selbsttilgungstabelle 1

Ultimative Selbsttilgungstabelle 2

Und jetzt ein kleiner Ausschnitt aus den Buchungen meines Depots.

Buchungen degiro

Ich habe fĂŒr einen beispielhaften Monat 0,43 € an Zinsen bezahlt und kurz darauf eine AusschĂŒttung in Höhe von 7,09 € erhalten. Die betrachtete AusschĂŒttung kommt 4x im Jahr und ist allein vom MSCI World.

Man sieht deutlich, dass eine große Differenz zwischen AusschĂŒttungen und Zinsen besteht. Das System funktioniert demnach aus LiquiditĂ€tssicht. Und zwar nicht irgendwie knapp kalkuliert, sondern ganz offensichtlich und mit einem ordentlichen Sicherheitspuffer.

Lohnt sich das ĂŒberhaupt?

NatĂŒrlich alles ausgerechnet! Wer es also etwas genauer haben möchte, darf gerne hier vorbeischauen:

Break-even: Laufzeit vs. Zinssatz beim Investmentkredit

Break-even: Aktienrendite vs. Zinssatz beim Investmentkredit

Wie ich finde: Ja, es lohnt sich.

Im Durchschnitt lohnt es sich immer, da kommen sehr nette Summen zusammen ĂŒber die Jahre. Wenn es gut lĂ€uft am Aktienmarkt, hat man natĂŒrlich den Jackpot gezogen. Wenn es schlecht lĂ€uft, wĂ€re man ohne Kredit besser gefahren. Aber ist das nicht immer so?

Der Crash kommt

Juckt mich nicht. Die Kurse fallen. Schön fĂŒr die Kurse.

Was soll mir schon passieren?

Ich brauche das Geld aus meinem Depot nicht. Sonst hĂ€tte ich es nicht langfristig in ETFs investieren dĂŒrfen.

He Depotstudent, Wertpapierkredite sind richtig krass gefÀhrlich! Im nÀchsten Crash wirst Du zerstört! Margin Calls incoming!

Echt? Das wÀre ja sehr schade


Ich kann Dich allerdings beruhigen: Ich mĂŒsste erst Geld nachschießen, wenn die Beleihungsgrenze meines aktuellen Depotwertes geringer wird als die Kreditsumme.

Tja, die Beleihungsgrenze ist 65 % des Depotwertes und der Kredit 15 % des Depotwertes.

Crashszenarien:

-40 %: Beleihungsgrenze ist 39 % des ehemaligen Depotwertes (65 % * 60 %)

-50 %: Beleihungsgrenze ist 32,5 % des ehemaligen Depotwertes (65 % * 50 %)

-60 %: Beleihungsgrenze ist 26 % des ehemaligen Depotwertes (65 % * 40 %)

-70 %: Beleihungsgrenze ist 19,5 % des ehemaligen Depotwertes (65 % * 30 %)

-80 %: Beleihungsgrenze ist 13 % des ehemaligen Depotwertes (65 % * 20 %)

Da haben wir es endlich: 13 % < 15 % und damit gibt es eine Nachschusspflicht.

Der Aktienmarkt mĂŒsste also erst mal um gediegene 80 % fallen, damit ich ĂŒberhaupt mal in die Regionen komme, in denen ich Geld nachschießen mĂŒsste. Und die Summen, die ich dann nachschießen mĂŒsste, sind so gering, dass ich sie locker lĂ€ssig stemmen kann.

Ein risikoloser Hebel also?

Relativ risikolos nur aus Cash-Flow Sicht. Aus Renditesicht lĂ€sst sich (wie immer) nichts Sicheres ĂŒber die zukĂŒnftige Entwicklung des Aktienmarktes sagen.

Ob es sich im Nachhinein also gelohnt hat, mittels Kredit zu investieren, kann man im Voraus niemals sagen.

Aber mit dieser Denkweise dĂŒrfte ich auch nicht monatlich eine Sparrate ins Depot stecken. Denn da weiß ich ja auch nicht, ob sich diese Sparrate jetzt lohnt oder ob ich besser erst in einem halben Jahr in den Aktienmarkt investieren sollte.

Eine Prise Ratenkredit

Wie im Beitrag Aktienkauf mit Ratenkredit und Wertpapierkredit ­– Kombination der Götter geschildert, wird das Modell erst zu einem wunderschönen Gebilde, wenn noch ein Ratenkredit ins Spiel kommt.

Da lÀsst sich jedenfalls der Zinssatz festschreiben, sodass das ZinsÀnderungsrisiko wegfÀllt und nur noch die Entwicklung des Aktienmarktes relevant ist.

Ich habe bei meiner Anfrage recht gute Konditionen bekommen (siehe Meine Erfahrung – Kredit aufnehmen als Student). Und da der Aktienmarkt im Moment sowieso ein hĂŒbsches StĂŒckchen eingebrochen ist, passt diese Gelegenheit ganz gut fĂŒr mich.

Wenn Du gucken willst, was Du fĂŒr einen Zinssatz bekommen wĂŒrdest:

Und die Rendite?

Ob dieses Hebeln mit Fremdkapital im Nachhinein großartig Rendite gebracht hat oder nicht, lĂ€sst sich nicht mit Sicherheit vorhersagen. Vor einem Investment muss einfach nur entschieden werden, ob die Wahrscheinlichkeit fĂŒr einen Gewinn grĂ¶ĂŸer ist als fĂŒr einen Verlust. Und ob dieser mögliche Verlust ernsthafte Probleme mit sich bringen wĂŒrde.

Nach einigen Rechnungen im Rahmen dieser Artikelserie bewerte ich die Chancen höher als die Risiken.

Die ProfitabilitĂ€t hĂ€ngt maßgeblich von der Entwicklung des Aktienmarktes und (bei einem reinen Wertpapierkredit ohne Ratenkredit) von der Zinspolitik ab. Aber selbst wenn die Zinsen irgendwo bei 2 oder 3 % rumhĂ€ngen und der Aktienmarkt ein paar Jahre seitwĂ€rts geht und nur ein bisschen steigt, ist nichts verloren. Die AusschĂŒttungen kommen und man kommt fĂŒr diesen Zeitraum bei null raus.

Selbst eine Zinserhöhung und ein Crash sind nicht der Untergang der Rendite. Das kommt dann ganz darauf an, ob sich der Aktienmarkt innerhalb einer recht geringen Zeitspanne wieder erholt oder ob er erst mal fĂŒnf Jahre unten bleibt.

Kann man alles nicht wissen! Aber dann ist man auch ohne Wertpapierkredit angeschmiert.

Wer also stur seinen Sparplan auf einen Aktienindex durchzieht, mir aber gleichzeitig weismachen möchte, dass es keinen Sinn macht, diesen Sparplan mit einem kleinen Kredit zu hebeln, sollte nochmal nachdenken.

Denn streng genommen wĂŒrde das bedeuten, dass er innerhalb der nĂ€chsten Jahre keinen Wertzuwachs erwartet, der grĂ¶ĂŸer als die Kreditkosten (z.B. 1,25 %) ist. Und wenn diese Person daran nicht glaubt, sollte sie auch den Sparplan nicht laufen lassen. Sonst handelt es sich schlicht und ergreifend um Heuchelei.

Das gleiche gilt fĂŒr einen Ratenkredit. Wer nicht glaubt, dass der Aktienmarkt innerhalb der nĂ€chsten 7 oder 10 Jahre ĂŒber die lĂ€ngste Zeit ein gutes StĂŒckchen höher steht als heute, dĂŒrfte auch nicht ohne Kredit investiert sein.

Mein System ist (fast) vollstÀndig aufgesetzt und lÀsst sich unendlich skalieren. Das ist ein riesiger Vorteil. Kein Zeitaufwand, aber unbegrenzte Chancen zu profitieren.

Wer das alles hier pervertieren möchte:

Mein neues Leben auf Pump und erstaunliche Wahrscheinlichkeiten

Der Fernseher auf Raten macht mich reich

Haus auf Kredit? Nö, aber Aktien – knallharter Vergleich

IlliquiditÀt tötet

Bei der LiquiditĂ€t sieht es ganz anders aus als bei der Rendite. Wie bei einem Unternehmen auch, kann man lange Zeit ĂŒberleben, obwohl man nicht profitabel ist. Mit der einzigen Bedingung, dass weiterhin genug Geld in die Kassen gespĂŒlt wird. Und da möchte ich mich auf gar keinen Fall in Gefahr bringen.

Ich möchte nichts nachschießen, ich möchte die Zinsen nicht „selbst“ bezahlen mĂŒssen. Das Depot bezahlt sich von selbst und das ist hervorragend. Ich bin weiterhin frei. Und deshalb liebe ich das System mit der Kombination aus Wertpapierkredit und Ratenkredit.

Denn wer weiß, ob ich morgen ein Masterstudium beginne, nach Thailand ziehe, mich selbstĂ€ndig mache oder der ErwerbstĂ€tigkeit komplett den RĂŒcken kehre und in einer Tonne lebe.

Und aus der Tonne möchte ich keinen Kredit abbezahlen, um den sich mein Depot nicht von selbst kĂŒmmert.

Dein Depotstudent Dominik

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11 Kommentare

  1. Hallo Dominik,
    herzlichen GlĂŒckwunsch zur Entscheidung 🙂 wir denken, ein Wertpapierkredit kann eine sinnvolle ErgĂ€nzung je nach Risikoneigung sein, WENN man sich das vorher (!) gut ĂŒberlegr hat – und das hast Du!
    Beste GrĂŒĂŸe vom Atypisch Still Blog

  2. Zunaechstmal: Erfreulich, dass du dich hier zum “Vorbild” oder “schlechtem Bsp” machst … je nach dem wie es ausgeht 🙂
    Wenn’s so 2-3 Jahr gut klappt bei Dir, teile ich den Link mit unseren Kindern 😉

    Folgende Fragen / Anmerkungen:
    – wie oft planst du zu kaufen bei DeGiro? Sind ja immerhin jeweils 2,x EUR / Kauf?
    Bei zwei Kaeufen pro Monat (EM+World) kommen da auch ~50 €/a “vermeidbare Kosten” zusammen?!
    Also fuer 0815-Sparplaner scheint mir das nix zu sein?

    – die ETFs, die du ausgesucht hast, sind m.E. suboptimal/unguenstig?
    Wie ist denn die Trackingdifference beim IE00B4X9L533 (HSBC World)? Beim 5J-Performance-Vergleich auf JustETF (https://www.justetf.com/de/find-etf.html?query=IE00B4X9L533) zeigt er einen Malus von 60,34% – 58,59% = 1,75% bzw 0,35% p.a.
    Beim EM-ETF von UBS ist es auch nicht die beste Wahl: http://www.trackingdifferences.com/ETF/ISIN/LU0480132876 Hier verlierst du ca. 0,2% p.a. zur Spitze.
    Musstest du zu DeGiro Schweiz und nimmst deshalb UBS (geringerer Spread?)?

    Du koenntest bei der Auswahl von besseren ETFs mittelfristig und durchschnittlich 0,25% p.a. besser laufen?!

    Oder sind nur diese ETFs bei DeGiro beleihungsfaehig? Das waere ein starker Minuspunkt.

    – Wie ist es mit dem Spread bei DeGiro, ist der fair? Hast du mal die Kaufkurse bei den liquidesten Boersen/Brokern mit den DeGiro-Ausfuehrungen verglichen?
    Mitunter gibt’s da auch gerne 0,5-1% “Schwund” (auch bei 0-EUR Sparplaenen generell checken! Bisher waren m.E. OnVista, DKB, Comdirect OK)

    – Bevor man den Bohei mit DeGiro macht, lieber guenstigen Ratenkredit (bzw Ratenkreditleiter, wie du schon schoen herausgearbeitet hast) und dafuer bei dtsch Brokern kostenlos ansparen?

    – momentan sind es ja noch so kleine Summen, dass sich kaum einen Vorteil fuer den Aufwand erreichen laesst:
    Bei 15% Beleihung, sind es bei 10k-Depot 1500 EUR auf die du dann mittelfristig (15-20 Jahre) einen Zugewinn von 7% NominalPerformance – 2% KreditKosten = 5% Zugewinn, also 75 EUR/Jahr erwarten kannst (ob die Zinsen so lange niedrig bleiben?)
    Bzw auf’s Depot ohne Leihe bezogen eine Zusatzchance von 75/10k=0,75% p.a.
    Also 30% Beleihung anstreben (anfaenglich 1,5% p.a. besser als ohne Leihe)?

    – wie schon frueher diskutiert, funktioniert das Spiel nur steuerfrei bis zur Ausschoepfung des Sparerfreibetrags, dann sollten spaetestens Neuanlagen auf steuer-stundende Thesaurierer umgestellt werden (so ab 50k Depot).
    zB hier am Ende https://frugalisten.de/hosen-runter-hier-kommt-mein-investment-portfolio/#comment-35325

    – Aber immerhin, NACHDEM alle Register zur Optimierung gezogen sind, macht ETF-auf-Kredit bis 30% vom Depotvolumen, solange guenstige Kredit-Zinsen erzielbar sind, einen Sinn, den “zu geringen” Aktien-Anteil im Lebenszyklus als junger Mensch ein bisschen zu tunen!

    Viel Erfolg weiterhin!

    1. Hi Joerg,

      was wĂŒrde dagegen sprechen, mit Degiro/IB oder einen anderen Broker in US-Börsen US-ETFs zu kaufen? Diese haben meistens bessere TERs und TD, sie sind liquider und die Spreads an der US Börsen auch niedriger. Diese ETFs sind eh in USD, man kann dann gĂŒnstig mit diesen Broker seine EUR in USD umwandeln. Die Dividenden bekommt man in USD und kann sofort reinvestieren. Man spart sich hier auch noch den Umweg mit EUR.

      1. Moin Cacao
        Bin in D steuerlich veranlagt und Sparerfreibetrag ausgeschoepft. Thesaurierer gibt’s nur in Europa, nicht in USA. Ausschuetter: 0.4% p.a. schlechter!

  3. Irgendwie checke ich die ganze Idee nicht. Warum der Stress mit dem Kredit?! Kauf doch lieber gleich ein gehebeltes Wertpapier auf Basis von Aktien. Das gibt’s tlw. auch als Etf.

  4. Hi Dominik,
    ich beschĂ€ftige mich auch mit dem Thema und wĂŒrde dich bitten deine Informationen zur Beleihungsgrenze noch einmal zu prĂŒfen. Sehr wahrscheinlich liege ich falsch, aber du kannst ja mal drĂŒber schauen, falls du Zeit hast 😉

    Du schreibst, du beleihst ca. 15 % deines Depots –> 781,85 € / 5.193,33€ = 15,05 %
    Dein Portfoliowert vor Inanspruchnahme des Kredits betrĂ€gt allerdings nur 4.411,48 €.
    Nun leihst du dir 781,85 €, was zu einem etwas höheren Prozentsatz fĂŒhrt –> 781,85 € / 4.411,48 € = 17,72 %
    Im Grunde ist das kein großer Unterscheid, aber wenn man es mal beispielhaft fĂŒr einige Crash-Szenarien durchrechnet, erhĂ€lt man schon bei deutlich weniger starken Crashs eine Nachschusspflicht.

    Mal angenommen dein Portfolio betrĂ€gt 8.494,73 € und du beleihst es nun mit 1.505,27 €, dann erhĂ€ltst du einen neuen Gesamtporfoliowert von 10.000 €, zudem hast du deinen alten Portfoliowert (8.494,73 €) zu 17,72 % beliehen. Die Beleihungsgrenze lassen wir bei den 65 %.

    Crashbeispiel 1 – der Markt fĂ€llt um 50 %
    –> Portfoliowert 5.000 € –> 1.505,27 / (5.000 – 1.505,27) = 0,43 –> 43 alles tutti

    Crashbeispiel 2 – der Markt fĂ€llt um 65 %
    –> Porfoliowert 3.500 € –> 1.505,27 / (3.500 – 1.505,27) = 0,75 –> 75 > 65 , es muss nachgeschossen werden

    —> bei einer Beleihung von 17,79 % muss man ab einem Crash grĂ¶ĂŸer 61,79 % aktiv werden und seiner Pflicht nachkommen – natĂŒrlich alles rein plastisch ohne Aktiengewinne und Verluste gerechnet.

    Im Grunde geht es um die Definition der Beleihungsgrenze. Diese hat allerdings einen erheblichen Einfluss auf die “Crashstandhaftigkeit”.
    Meine Definition:
    Angenommen ich habe 10.000 € eigenes Geld im Portfolio, dann könnte ich mir bis zu 6.500 € als Wertpapierkredit leihen?! Sobald der geliehene Betrag mehr als 65% von meinem eigenen Geld wert ist, muss ich nachschiessen?!
    Ich bin gespannt auf deine Meinung.

    Beste GrĂŒĂŸe und vielen Dank fĂŒr den interessanten Artikel,
    Philipp

    1. Hi Philipp,

      danke fĂŒr die Nachfrage! Kurzes Rechenbeispiel vor Beantwortung der eigentlichen Frage:

      Nehmen wir an, ich habe ein Depot von 10.000 €. Bei einer Beleihungsgrenze von 65 % bedeutet das, dass das Depot dem Broker 6.500 € “wert” ist.
      Sagen wir, dass ich einen Wertpapierkredit von 2.000 € aufnehme – dann sind das aufs Gesamtdepot bezogen 20 % Beleihung.

      Die Nachschusspflicht kommt, wenn der “Wert” des Depots (also die 6.500 €) geringer wird als der Wertpapierkredit.
      2.000/6.500 = 30 % -> wenn der Markt also um ziemlich genau 70 % einbricht, mĂŒsste ich bei der angenommenen Beleihung von 20 % Geld nachschießen.

      Bei 15 % dementsprechend ca. 77 % Markteinbruch.

      Aber konkret auf Deine Frage: Es kommt erst mal darauf an, auf welchen Wert man den Wertpapierkredit bezieht – das Ergebnis ist aber identisch. Ich habe es immer so gehalten, dass ich die 15 % auf den gesamten Portfoliowert beziehe. Man kann aber natĂŒrlich auch sagen, man möchte den Wertpapierkredit auf den Depotwert ohne eingerechneten Wertpapierkredit beziehen.

      Dein Beispiel ist allerdings nicht ganz korrekt, wenn ich das richtig sehe: Wenn Du beim 10.000 € Depot mit 1.505,27 € beleihst, mĂŒsste der Wert des Portfolios (6.500 €) geringer werden als die 1.505,27. 1.505,27/6.500 = 23,16 % -> bedeutet also, dass ein Crash von 76,84 % kommen mĂŒsste, damit nachgeschossen werden muss.

      Bei 8.494,73 € leihst Du Dir 1.505,27 € als Wertpapierkredit.
      Folgerung 1: Wenn Du auf den Portfoliowert mit Wertpapierkredit bezogen 15 % beleihst, muss bei 76,84 % Cash nachgeschossen werden.
      Folgerung 2: Wenn Du auf den Portfoliowert ohne Wertpapierkredit bezogen 17,79 % beleihst, muss bei 76,84 % Cash nachgeschossen werden.

      Bei beiden Folgerungen handelt es sich also um exakt denselben Sachverhalt.

      Deine Definition ist deshalb vollkommen richtig:
      Angenommen ich habe 10.000 € eigenes Geld im Portfolio, dann könnte ich mir bis zu 6.500 € als Wertpapierkredit leihen?! Sobald der geliehene Betrag mehr als 65% von meinem eigenen Geld wert ist, muss ich nachschiessen?!

      Ich hoffe, das passt!

      Beste GrĂŒĂŸe
      Dominik

      1. Hi Dominik,
        Ich freue mich gerade tierisch, dass ich einen Denkfehler hatte, denn deine AusfĂŒhrung zeigt sehr deutlich dass das Risiko insgesamt geringer ist, als ich es angenommen habe. 😀
        Vielen Dank dafĂŒr!

        Ich habe folgendes falsch interpretiert:
        Angenommen ein Portfolio zu 15% beliehen (10.000 €, davon 1.500€ Wertpapierkredit).
        Jetzt kommt ein Crash um 70% Prozent.
        –> Portfolio nun auf 3.000 €.
        Die Beleihung liegt bei 1.500 / 3.000 = 0,5, als bei 50 %.
        Ich habe mich dann blöderweise falsch in diese Situation versetzt und mir ĂŒberlegt, dass ich bei 1.500 eigenem Geld zu maximal 1.500 * 65% beleihen könnte und hĂ€tte dann nachschiessen mĂŒssen.

        Nun, bin ich froh, dass es nicht so ist. 🙂 Ich werde mit maximal 20% beleihen.
        Ich möchte, Àhnlich wie du, jahrzehntelang einen ETF besparen.
        Zuerst wollte ich auch die 70 / 30 Variante World / EM laufen lassen, habe mich dann allerdings fĂŒr 100 % Nasdaq 100 entschieden.
        Sollten sich in der Welt andere hochkapitalisierten Firmen durchsetzen und grĂ¶ĂŸer werden, wĂŒrden diese im Nasdaq 100 amerikanische verdrĂ€ngen und mehr Gewicht einnehmen. Zudem ist der Index seit Auflegung mit etwas ĂŒber 10 % (deutlich) besser gelaufen als World + EM. NatĂŒrlich bin ich mir des höheren Risikos bewusst. Aktuell ist der Index sehr technologie-lastig, aber das könnte sich auch Ă€ndern. Bis auf die Finanzbranche deckt er eigentlich alles gut ab und man hat immerhin 100 Blue Chips “weltweit” auf dem Zettel, wobei aktuell 96% amerikanisch sind. Im S&P bspw. wird immer nur Amerika abgedeckt sein – der Nasdaq hingegen wĂŒrde sich bei gravierenden globalen Verschiebungen oder neu aufkommenden Big-Playern besser anpassen.
        Wie ist deine Meinung dazu?

  5. Hi Dominik,
    Mich wĂŒrde interessieren, wie dein Fazit nach etwa einem Jahr ausfĂ€llt.

    Vielleicht kannst du ja ein paar Zeilen dazu schreiben.

    Danke und viele GrĂŒĂŸe

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