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Der Fernseher auf Raten macht mich reich

Junge Leiter Himmel

Der Konsumkredit ist der neue Investmentkredit. Günstig Geld leihen, Konsumgüter in Raten abbezahlen, Cashflows zeitlich verzögern? Alles kein Problem, wenn man es geschickt anstellt.

Im Rahmen der Artikelserie ETFs auf Kredit ging es bislang darum, Kredite aufzunehmen, um direkt mit diesem Geld zu investieren. Viel zu langweilig! Ich will es hart. Ich will es riksant. Und werde zum Konsummonster. Denn man bekommt doch auch so ganz geschickte Möglichkeiten, um zu investieren, während man konsumiert.

Gliederung der Artikelserie ETFs auf Kredit.
  1. Einleitung Artikelserie: ETFs auf Kredit
  2. Ausgangssituation: Mit wenig Kapital zum dicken Depot
  3. Aktien kaufen mit Wertpapierkredit – ich bin nicht irre!
  4. ETFs mit Annuitätendarlehen: harte Zahlen
  5. Blitzupdate zum ETF-Kauf auf Kredit
  6. Mein neues Leben auf Pump und erstaunliche Wahrscheinlichkeiten
  7. Aktienkauf mit Ratenkredit und Wertpapierkredit ­– Kombination der Götter
  8. Haus auf Kredit? Nö, aber Aktien – knallharter Vergleich
  9. Meine Erfahrung – Kredit aufnehmen als Student
  10. Der Fernseher auf Raten macht mich reich
  11. Ultimative Selbsttilgungstabelle 1 – ETFs auf Kredit
  12. Break-even: Aktienrendite vs. Zinssatz beim Investmentkredit
  13. Ultimative Selbsttilgungstabelle 2 – ETFs auf Kredit
  14. Break-even: Laufzeit vs. Zinssatz beim Investmentkredit
  15. Debit Geld und Finanzrahmen DEGIRO – so funktioniert‘s!
  16. Mein größtes Problem beim Investieren auf Kredit
  17. Meine Entscheidung: Investiere ich auf Pump?

Geld leihen und in den Aktienmarkt investieren? Gefährlich! Wenn alles gut geht: Super toll!

Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie man Cashflows zeitlich verzögern kann. Und sei es bloß, mittels Kreditkarte zu bezahlen statt direkt in bar. Kostenlosen Dispo ausreizen – kein Problem. Kredite aufnehmen kann man so günstig wie noch nie. Und gefühlt jedes zweite Produkt kann man mit einer 0 %-Finanzierung abbezahlen.

Ich werde zum Konsummonster

Ich bin kein Mensch, der unachtsam mit seinem Geld umgeht. Ich bin aber auch kein Mensch, der vollkommen enthaltsam lebt. Auto muss sein. Ganz ohne Fernseher komme ich nicht aus und einen neuen Laptop brauche ich auch alle paar Jahre.

Was ist aber bei jemandem, der vergleichsweise viel ausgibt? Der am Ende des Monats kaum einen Euro übrig hat und deshalb nichts investieren kann? Der kann trotzdem investieren. Ich spiele das Ganze mal durch. Aus der Ich-Perspektive.

Gib mir Konsum!

Ich werde zum Konsummenschen. Teures Auto muss sein, neuer Fernseher ebenfalls. Auch Waschmaschine, Trockner und Küchengeräte lasse ich mir einiges kosten. Am Ende des Monat bleibt nichts übrig – warum auch? Ich lebe im Hier und Jetzt. Und ich kann trotzdem investieren. Ganz easy.

Glaubst nicht? Ich zeig’s Dir!

In meiner Zeit als Amateur-Konsument habe ich nicht mal jeden Monat das komplette Gehalt verpulvert. Ich hatte immer einen Finanzpuffer, den ich nach wenigen Monaten wieder vollständig vernichtet habe. Ich wusste schon genau, was ich mir kaufen wollte. Ich habe den Puffer nur aufgebaut, um ihn relativ zügig wieder plattzumachen. Wie dumm von mir… Ich habe den neuen Fernseher in bar bezahlt und das letzte Auto ebenfalls. Heute fasse ich mir an den Kopf. An Substanzaufbau war nicht zu denken – und an Geldanlage sowieso nicht. Altersarmut vermeiden? Niemals.

Jetzt wird alles auf Kredit gekauft

Ich brauche ein Auto. Mit einem gebrauchten Karren fange ich nichts an. Neu bitte. Schöne Dinge machen mir eben mehr Spaß als so ein oller Puffer. Es gibt Leasing. Und zack, schönes Auto gegönnt. Die paar Hundert Euro im Monat zahle ich doch locker. Und im Vergleich zu Dir, der sich ein Auto in Bar kauft, habe ich noch den Vorteil, dass ich nicht mein ganzes Kapital binde. Siehste mal, hätte ich mir das Auto direkt bar gekauft, hätte ich jetzt nichts zum Anlegen. Während Du erst mal 30.000 € ansparen musst, die auf dem Girokonto vergammeln, zahle ich monatlich einen Bruchteil und lege den Rest an. So bleibt am Ende des Monats sogar noch was übrig und ich kann schön in mein ETF-Depot reinbuttern.

Nachdem ich nun ein paar Monate regelmäßig in den Aktienmarkt investieren konnte, soll ein neuer Fernseher kommen. Puffer habe ich keinen mehr, wozu auch? Ich lasse ihn mir mit 0 % finanzieren. Die 2.000 € brauche ich nicht bar. Es wird weiterhin in Aktien investiert. Die monatliche Belastung nimmt etwas zu.

Alles easy tragbar.

Jetzt noch einen Laptop in 20 Monaten finanzieren. Klaro.

Ich mach mir meine Welt, wie sie mir gefällt.

Ich konsumiere nicht mal mehr als davor. Das würde mir natürlich nichts bringen. Dann würde das Geld schneller dahinschmelzen, als ich gucken kann. Ich konsumiere nur anders.

Möbel? Kein Problem. Für alles gibt es einen Kredit. Geld ist billig. Meine Bonität noch ganz gut. Regelmäßiges, überdurchschnittliches Vollzeiteinkommen dient als Sicherheit. Da lässt sich was mit anstellen. Ich setze keine Rate aus, zahle immer pünktlich. Das sehen Kreditgeber gern!

Ich bin mittlerweile bei einer Belastung von 1000 € im Monat. Eine Menge Holz. Aber es läuft. Es läuft wirklich. Den Rest meines Nettoeinkommens investiere ich weiterhin. Das Depot hat eine schöne Größe erreicht und die Dividenden tilgen sogar immer wieder einen beachtlichen Teil.

Die Cashflows koordinieren

Ich konsumiere und konsumiere. Wie ich es davor schon getan habe. Aber statt diesen riesigen Berg an Kohle auf den Tresen zu knallen, den ich theoretisch für all die Konsumgüter gebraucht hätte, landet alles im Aktiendepot. Herrlich. Denn das Depot wächst. Und je länger ich das durchziehe, desto stärker macht sich der Zinseszins später bemerkbar.

He!
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Ich bin gut darin, meine Zahlungsströme zu koordinieren. Das Schöne: Alles ist so planbar. Ich weiß, wie viel ich jeden Monat zahlen muss.

Das Depot wächst zwar – die monatliche Belastung dafür genauso. Und obwohl ich immer noch einen schönen Teil Monat für Monat investieren kann, nähere ich mir immer weiter einer Grenze. Meinem monatlichen Nettoeinkommen.

Job, bleib ewig mein!

Was für den vernünftigen Bürger (und Amateur-Konsumenten) schon ein ordentliches Problem darstellen kann, wäre für mich der reinste Albtraum: Jobverlust. Denn an meinem Job hängt alles. Ich habe nur einen winzigen Liquiditätspuffer, denn ich kaufe auf Kredit. Ich brauche nicht viel Geld auf dem Konto. Das einzige, was ich brauche, sind regelmäßige und planbare Cashflows. Sonst droht die Privatinsolvenz. Und zwar in einem rasenden Tempo. Kein Einkommen mehr? Gib mir einen Monat und ich wäre so gut wie pleite. Zumindest müsste ich meine Besitztümer liquidieren, auch die Aktien.

Mir egal. Das Geld kommt ja. Und ich kann alles in mein Depot stecken.

Ich muss nur verdammt aufpassen. Denn ich merke, dass ich so langsam dazu neige, meine finanziellen Möglichkeiten zu überschätzen. Keine Spur von Demut vor der Börse.

Gefahr? Ein bisschen vielleicht

Ich spüre, dass es gefährlich wird. Verdammt gefährlich. Ich habe mich unterbewusst so konditioniert, dass mehr Konsum mit mehr Investieren gleichzusetzen ist. Kaufe ich mir einen Fernseher auf Kredit, verschwinden die 2.000 € nicht vom Girokonto. Gedanklich zumindest. Es geht monatlich vielleicht ein Hunni weg. Das bedeutet, ich kann erst mal 2.000 € investieren. Und das mache ich.

Ich wiederhole, denn das ist der Punkt: Ich hätte ohne diese Kredite genauso viel konsumiert. Ich verfalle also nicht der Dekadenz nur weil ich jetzt auf Pump kaufe. Ich sehe es so: Die 2.000 € für den Fernseher zahle ich über 2 Jahre ab. Die 2.000 € verzinsen sich an der Börse durchschnittlich mit 7 %. Durch den Kauf auf Raten ohne Zinsen habe ich im Schnitt Schulden von 1.000 €. Mit Zinseszins verdiene ich durch den Kredit also in diesen 2 Jahren etwa 145 €. Grobe Überlegung, stimmt nicht zu 100 %. Aber Du siehst, worauf ich hinaus will. 10.000 € über 10 Jahre gebunden ergeben fast 20.000 €. Skaliere das hoch bis an die Grenzen der Machbarkeit und das billige Geld zahlt sich aus.

Mir reicht das nicht

Wo könnte ich noch Geld herbekommen? Ah, klar. Mein Depot hat eine ordentliche Größe. Das lässt sich doch beleihen! Gesagt, getan. Ich beleihe zusätzlich mein Depot.

Der Wertpapierkredit kostet mich keine 2 % an Zinsen (z.B. bei DEGIRO) und ich habe wieder Geld, das ich investieren kann. Ich bin nicht naiv. Ich beleihe weniger als 20 % meines Depots. Keine Lust auf Margin Calls. Das wäre mir zu heiß. Die sind nämlich nicht planbar.

Ich mache das jetzt seit ein paar Jahren und das Depot hat eine Größe, von der alle Amateur-Konsumenten – die so viel konsumieren wie ich, allerdings in bar – nur träumen können.

Ich finde richtig Gefallen am stetigen Dividendenregen. Und an den jährlichen Wertzuwächsen.

Besessenheit

Wie blöd sind die anderen eigentlich? Kaufen nur mit dem Geld, das sie auch wirklich haben. Dabei ist Geld doch so billig. Herrlich. Während der Durchschnittsbürger nur kauft, wozu er das Geld hat, stecke ich all mein Geld in den Aktienmarkt. Meine Gegenleistung für die Konsumgüter ist nicht einfach nur Geld. Meine Gegenleistung besteht aus verbindlichen Cashflows. Ein Gefühl der Überlegenheit macht sich breit. Geil.

Jetzt kommt es anders

Was ist das Schöne? Die Zahlungsströme sind so wunderbar planbar. Doch was passiert, wenn plötzlich eine nicht-planbare, bis dato unbekannte Variable auf meine planbaren Größen trifft. Verwirrung. Ein Schockmoment. Ich hatte doch nicht alles durchdacht. Denn:

Ich möchte jetzt doch noch einen Master machen. Aber bitte in Vollzeit.

Scheiße. Ich habe meine finanziellen Möglichkeiten im Rahmen meiner Festanstellung ausgereizt. Das schöne Ingenieurgehalt bis an die absoluten Grenzen ausgereizt. Wie soll ich denn bitte wieder als Student überleben?

Die Kredite fesseln mich. Ich muss bezahlen. Raten aussetzen ist nicht drin. Und selbst das würde die Probleme höchstens zeitlich verzögern. Ja, mein Depot trägt zur Tilgung der Kredite bei. Aber nicht in einem solchen Maße, wie ich es mir wünschen würde. Wenn es dann noch zu einem Börsencrash kommt und die Dividenden ausgesetzt werden, bin ich komplett am Arsch.

Manche Kredite laufen nur ein Jahr, manche zwei Jahre, andere fünf und einer sogar zehn Jahre. So einfach komme ich aus der Geschichte nicht raus. Sondertilgung? Nicht mit gerechnet. Bei den Kreditverträgen nicht drauf geachtet und ich lese nach. Schweineteuer. Verdammt.

Die Idee mit dem Master erscheint mir gar nicht mehr so toll zu sein. Nebenberuflich? Och nee, will ich nicht. Dann vielleicht in ein paar Jahren, wenn die Raten wieder ertragbar sind. Nur bis dahin bin ich alt und grau.

Wenn der Aktienmarkt weiterhin läuft, tilgen die Dividenden bald einen wirklich schönen Teil. Dann muss ich monatlich wesentlich weniger aus meinem Einkommen beisteuern.

Trotzdem beginne ich zu sparen. Kein Konsum mehr. Es tut weh, denn:

Ich zahle Raten für irgendwelche Güter, die ich nicht einmal mehr habe. Ich zahle noch einen Fernseher ab, der längst im Müll ist. Erst jetzt wird mir die Tragweite meiner Entscheidungen bewusst.

Ich zahle nur noch meine Raten und was zum Leben notwendig ist. Ich kaufe keine Wertpapiere mehr. Trotz der belastenden Raten schaffe ich es mittlerweile, jeden Monat Geld zur Seite zu legen. Nach einigen Monaten, fast einem Jahr, habe ich zumindest wieder einen annehmbaren Puffer aufgebaut. Gutes Gehalt macht es möglich. Die Raten nehmen immer weiter ab. Aber es dauert. Und das Studium muss warten.

Es dauert und dauert. Aber schließlich:

Es ist so weit. Die Raten sind auf einem akzeptablen Level und der Puffer sollte reichen, um nochmal zu studieren. Mit Nebenjob, versteht sich.

Ich bin stolz auf mein Depot. Das gebe ich zu. Aber ob sich das gelohnt hat?

Ich war naiv. Die finanzielle Planung ist schwierig (siehe Finanzielle Planung als Student – vergiss es!).

Zum Glück waren die Laufzeiten der meisten Kredite überschaubar.

Wozu habe ich das Ganze gemacht? Geld bedeutet für mich Freiheit. Aber gerade meine Freiheit habe ich durch diverse Kredite für Geld eingetauscht.

Ein bisschen ironisch, oder?

Dein Depotstudent Dominik

Disclaimer: Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein reines Gedankenspiel, was bei Investments auf Basis von Konsumkrediten passieren könnte. Nein, ich habe das nicht so gemacht. Nein, das ist absolut keine Empfehlung.

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